Langatmig

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michelle.liest Avatar

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Achtung Spoiler für Band 1! Leider konnte mich Sea Spinner über weite Strecken nicht so überzeugen, wie ich es mir nach dem ersten Band gewünscht hatte. Vor allem die ersten zwei Drittel des Buches waren für mich sehr langatmig. Dazu kam, dass ich mit dem Schreibstil zu Beginn überhaupt nicht warm geworden bin. Irgendetwas daran wirkte auf mich ungewohnt und holprig, sodass ich ewig gebraucht habe, um in die Geschichte hineinzufinden. Ab etwa Kapitel 4 wurde das deutlich besser, aber selbst dann wollte die Handlung für mich lange nicht richtig in Fahrt kommen und war einfach langweilig.

Auch einige Logikfehler haben mich immer wieder raus gerissen. Gleichzeitig hatte ich große Schwierigkeiten mit Rhya als Protagonistin. Ihre naive Art, ihr ständiges Selbstmitleid und ihre Entscheidungen haben mich mehr als einmal richtig frustriert. Nach den Ereignissen aus Band 1 hatte ich das Gefühl, dass sie sich viel zu sehr auf ihre Schuld konzentriert, obwohl sie nicht morgens aufgewacht ist und beschlossen hat, Menschen zu töten. Sie hat sich, ihre Freunde und andere Unschuldige verteidigt – entsprechend konnte ich ihre Gedankenspirale irgendwann nicht mehr nachvollziehen und war kurz am überlegen ob ich abbreche.

Mit Penn wurde ich ebenfalls nicht warm. Für mich ist er eine wandelnde Red Flag, und je mehr Redezeit er bekommen hat, desto wütender wurde ich. Ganz anders war es bei Soren, der für mich das genaue Gegenteil zu Penn darstellt. Tatsächlich waren es vor allem die Nebencharaktere wie Arwen und andere, die mich bei der Stange gehalten haben. Ihre Art hat mich öfters zum Lachen gebracht.

Warum trotzdem 3 Sterne? Weil das Buch gegen Ende endlich das geliefert hat, worauf ich so lange gewartet habe. Die letzten rund 150 Seiten wurden deutlich spannender, die Handlung zog (endlich!) an und der Cliffhanger hat mich tatsächlich überrascht und traurig gemacht. Er sorgt auch dafür, dass ich Band 3 wahrscheinlich lesen werde – auch wenn meine Vorfreude aktuell eher nicht vorhanden ist.

Insgesamt ein Band mit einigen starken Figuren und einem gelungenen Finale, der für mich aber viel zu lange gebraucht hat, um interessant zu werden.