Schlägt leider keine großen Wellen & bleibt hinter den Erwartungen zurück
The Wind Weaver hatte seine Schwächen, aber auch jede Menge Potenzial. Deswegen habe ich große Hoffnungen in den zweiten Teil der Reihe gesetzt und mich auf eine noch komplexere Story mit überraschenden Wendungen und tiefgreifenden Emotionen gefreut – immerhin wurde im ersten Teil bereits relativ deutlich ein Love Triangle angeteasert, was mich einiges an Drama und Herzschmerz erwarten ließ. Unglücklicherweise konnte The Sea Spinner keine großen Wellen schlagen. Es ist absolut kein schlechtes Buch und ich hatte insgesamt trotzdem meinen Spaß beim Lesen, aber es konnte einfach nicht ganz das liefern, was ich mir erhofft hatte.
Die Story setzt direkt nach dem Ende des ersten Bands an und beschreibt recht gut die traumatischen Auswirkungen, die die Schlacht in der Fyrenacht auf die Bevölkerung von Caeldera hat. Kurz darauf landet Rhya in Hylios, wo ein Großteil der restlichen Story spielt. Ich fand es großartig, mehr über den Wasserhof und dessen Mitglieder zu erfahren. Es werden viele neue Nebencharaktere eingeführt, die man schnell liebgewinnt und auch das atmosphärische Worldbuilding lässt wieder nichts zu wünschen übrig. Zudem ist Julie Johnsons Schreibstil unheimlich flüssig und natürlich. Ihre Beschreibungen haben eine tolle filmische und atmosphärische Qualität, die einen fesselt und das Buch schnell weglesen lässt.
Die Charakterentwicklung unserer Hauptfiguren dagegen… naja. Soren gehört dank seiner witzigen Dialoge und lockeren Art zwar zu meinen Lieblingscharakteren, aber leider wird in The Sea Spinner aus dem mysteriösen König plötzlich gefühlt eher ein liebestrunkener Junge. Ich liebe seine Dynamik mit Rhya und sein Schmachten ist schon auch sehr süß, aber woher kommt diese extreme Fixierung auf sie? Mit dem, was wir bisher über Enid und Arianrhod wissen, fühlt es sich fated und gleichzeitig trotzdem etwas seltsam an. Und das Portrait? Nur etwas creepy… Penn disqualifiziert sich als Love Interest allein durch seine toxische Art so sehr, dass es schwer ist, Rhyas Gefühlschaos nachzuempfinden. Und Rhya… na gut, ihre Charakterentwicklung hat mir insgesamt – bis auf ihre schwer nachzuvollziehenden, zwiegespaltenen Gefühle – ansonsten eigentlich gut gefallen. Ich spüre nur einfach absolut keine gesunde Chemie zwischen ihr und Penn.
Mein größter Kritikpunkt ist aber die Diskrepanz zwischen dem High-Stakes-Worldbuilding und den persönlichen Low-Stakes-Motiven der Charaktere. Die Welt von The Sea Spinner steht gefühlt kurz vor dem Weltuntergang – es gibt die Säuberungen, die Fäule und eine apokalyptische Prophezeiung. Anstatt dass die Charaktere gegen diese riesige, globale Bedrohung kämpfen, wird der Hauptantrieb für Soren, Penn und Rhya auf rein persönliche Probleme reduziert. Dadurch hat sich die Story für mich etwas unausgewogen angefühlt. Während die Welt um sie herum brennt, wirkt ihr Kampf wie eine private Rettungsaktion und verliert den epischen Vibe, den das Setting eigentlich verlangt. Außerdem bleiben viele Fragen, die man sich bereits am Ende des ersten Buchs gestellt hat, weiterhin offen. Und der Plottwist am Ende… naja, mich konnte in The Sea Spinner irgendwie nichts so richtig überraschen und deswegen enttäuscht mich die Fortsetzung auch so sehr. Und von Efnysien aka Lord Voldemort möchte ich gar nicht erst anfangen.
Ich gehe stark davon aus, dass uns in Teil 3 ein episches Finale erwartet, das hoffentlich noch einiges erklären und die High und Low Stakes zusammenführen wird und ich möchte anmerken, dass The Sea Spinner auch definitiv kein schlechtes Buch ist. Ich bin mir sicher, dass es jede Menge begeisterter Anhänger finden wird. Trotzdem hatte ich mir irgendwie mehr Überraschungsmomente, bessere Erklärungen und… einfach mehr erhofft. Leider fühlt es sich doch arg vorhersehbar und nach Young Adult an, was einfach nicht mehr so mein Ding ist. Mal schauen, ich werde den dritten Teil sicher lesen und hoffen, dass er das Ruder für ein besseres Gesamtfazit der Reihe nochmal rumreißen kann – mein Optimismus dafür hält sich aktuell aber leider in Grenzen.
Die Story setzt direkt nach dem Ende des ersten Bands an und beschreibt recht gut die traumatischen Auswirkungen, die die Schlacht in der Fyrenacht auf die Bevölkerung von Caeldera hat. Kurz darauf landet Rhya in Hylios, wo ein Großteil der restlichen Story spielt. Ich fand es großartig, mehr über den Wasserhof und dessen Mitglieder zu erfahren. Es werden viele neue Nebencharaktere eingeführt, die man schnell liebgewinnt und auch das atmosphärische Worldbuilding lässt wieder nichts zu wünschen übrig. Zudem ist Julie Johnsons Schreibstil unheimlich flüssig und natürlich. Ihre Beschreibungen haben eine tolle filmische und atmosphärische Qualität, die einen fesselt und das Buch schnell weglesen lässt.
Die Charakterentwicklung unserer Hauptfiguren dagegen… naja. Soren gehört dank seiner witzigen Dialoge und lockeren Art zwar zu meinen Lieblingscharakteren, aber leider wird in The Sea Spinner aus dem mysteriösen König plötzlich gefühlt eher ein liebestrunkener Junge. Ich liebe seine Dynamik mit Rhya und sein Schmachten ist schon auch sehr süß, aber woher kommt diese extreme Fixierung auf sie? Mit dem, was wir bisher über Enid und Arianrhod wissen, fühlt es sich fated und gleichzeitig trotzdem etwas seltsam an. Und das Portrait? Nur etwas creepy… Penn disqualifiziert sich als Love Interest allein durch seine toxische Art so sehr, dass es schwer ist, Rhyas Gefühlschaos nachzuempfinden. Und Rhya… na gut, ihre Charakterentwicklung hat mir insgesamt – bis auf ihre schwer nachzuvollziehenden, zwiegespaltenen Gefühle – ansonsten eigentlich gut gefallen. Ich spüre nur einfach absolut keine gesunde Chemie zwischen ihr und Penn.
Mein größter Kritikpunkt ist aber die Diskrepanz zwischen dem High-Stakes-Worldbuilding und den persönlichen Low-Stakes-Motiven der Charaktere. Die Welt von The Sea Spinner steht gefühlt kurz vor dem Weltuntergang – es gibt die Säuberungen, die Fäule und eine apokalyptische Prophezeiung. Anstatt dass die Charaktere gegen diese riesige, globale Bedrohung kämpfen, wird der Hauptantrieb für Soren, Penn und Rhya auf rein persönliche Probleme reduziert. Dadurch hat sich die Story für mich etwas unausgewogen angefühlt. Während die Welt um sie herum brennt, wirkt ihr Kampf wie eine private Rettungsaktion und verliert den epischen Vibe, den das Setting eigentlich verlangt. Außerdem bleiben viele Fragen, die man sich bereits am Ende des ersten Buchs gestellt hat, weiterhin offen. Und der Plottwist am Ende… naja, mich konnte in The Sea Spinner irgendwie nichts so richtig überraschen und deswegen enttäuscht mich die Fortsetzung auch so sehr. Und von Efnysien aka Lord Voldemort möchte ich gar nicht erst anfangen.
Ich gehe stark davon aus, dass uns in Teil 3 ein episches Finale erwartet, das hoffentlich noch einiges erklären und die High und Low Stakes zusammenführen wird und ich möchte anmerken, dass The Sea Spinner auch definitiv kein schlechtes Buch ist. Ich bin mir sicher, dass es jede Menge begeisterter Anhänger finden wird. Trotzdem hatte ich mir irgendwie mehr Überraschungsmomente, bessere Erklärungen und… einfach mehr erhofft. Leider fühlt es sich doch arg vorhersehbar und nach Young Adult an, was einfach nicht mehr so mein Ding ist. Mal schauen, ich werde den dritten Teil sicher lesen und hoffen, dass er das Ruder für ein besseres Gesamtfazit der Reihe nochmal rumreißen kann – mein Optimismus dafür hält sich aktuell aber leider in Grenzen.