Zurück in einer Fantasywelt, die mich wieder verzaubert hat

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mienchen112 Avatar

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Schon das wunderschöne Cover hat meine Vorfreude auf The Sea Spinner – Flutgeküsst noch einmal wachsen lassen. Nachdem ich The Wind Weaver so geliebt habe, konnte ich es kaum erwarten, endlich wieder in diese faszinierende Welt einzutauchen. The Sea Spinner ist der zweite Band der Wind Weaver-Reihe von Julie Johnson und hat mich von der ersten Seite an wieder in seinen Bann gezogen.

Allerdings gibt es einen kleinen Punkt, den ich mir für den Einstieg gewünscht hätte: Da die Geschichte unmittelbar an die Ereignisse aus Band 1 anknüpft, hätte mir eine kurze Rückblende oder Zusammenfassung geholfen, wieder vollständig in der Geschichte anzukommen. Gerade weil zwischen den beiden Bänden etwas Zeit vergangen war, musste ich mir einige Zusammenhänge erst wieder ins Gedächtnis rufen. Nach wenigen Kapiteln war ich aber wieder komplett in der Welt angekommen.

Was mich schon im ersten Band begeistert hat, ist auch hier wieder eine der größten Stärken der Reihe: das fantastische Worldbuilding. Julie Johnson erweitert ihre Welt konsequent und nimmt uns diesmal mit an den Wasserhof. Die verschiedenen Höfe, die Elementarmagie, die politischen Machtspiele und die vielen Geheimnisse machen die Geschichte noch komplexer und spannender. Besonders gut gefallen hat mir, dass man immer wieder das Gefühl hat, niemandem vollständig vertrauen zu können. Intrigen, Verrat und überraschende Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung durchgehend hoch bleibt.

Rhya entwickelt sich in diesem Band für mich noch einmal deutlich weiter. Sie muss lernen, ihre Kräfte zu beherrschen, ihren Platz in dieser Welt zu finden und Entscheidungen zu treffen, die weit über ihr eigenes Schicksal hinausgehen. Gleichzeitig gab es aber auch immer wieder Momente, in denen ich ihre Entscheidungen hinterfragt habe. Oft konnte ich ihre Beweggründe nachvollziehen, trotzdem hätte ich mir an der einen oder anderen Stelle gewünscht, dass sie einen Moment länger innehält, bevor sie handelt. Genau diese Ecken und Kanten machen sie für mich aber auch zu einer authentischen Protagonistin.

Auch Penn hat mir wieder gut gefallen. Zwischen ihm und Rhya spürt man die gemeinsame Vergangenheit und die Verbindung der beiden in jeder Begegnung. Gleichzeitig verändert sich ihre Dynamik durch die Ereignisse aus Band 1 spürbar, was ihre Geschichte emotional noch komplexer macht. Besonders spannend fand ich außerdem, dass auch andere Figuren – allen voran Soren – deutlich mehr Raum bekommen und die Geschichte dadurch neue Facetten gewinnt. Dadurch verändern sich Beziehungen, Loyalitäten und Blickwinkel ständig, was ich sehr spannend fand.

Julie Johnsons Schreibstil hat mich erneut vollkommen überzeugt. Bildgewaltig, atmosphärisch und voller Emotionen erschafft sie Kopfkino pur. Vor allem die Beschreibungen der Magie und der maritimen Atmosphäre rund um den Wasserhof haben mich komplett abgeholt. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, gemeinsam mit Rhya jede neue Entdeckung zu erleben.

Für mich ist The Sea Spinner – Flutgeküsst eine starke Fortsetzung, die das hohe Niveau von The Wind Weaver hält und die Geschichte sinnvoll erweitert. Band 1 bleibt für mich zwar emotional noch einen kleinen Tick stärker, aber dieser zweite Band hat meine Begeisterung für die Reihe definitiv nicht geschmälert. Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen und sorgt dafür, dass ich den finalen Band jetzt kaum noch erwarten kann.