Tiefgründige emotionale Story
„The Secret Identity of a Broken Girl“ von Teodora Thoma hat mich von der ersten Seite an mit seiner emotionalen Tiefe und der wunderbaren, herbstlichen Wohlfühlatmosphäre in den Bann gezogen. Die Geschichte rund um Branwyn, die sich nach einer schmerzhaften Demütigung im Vorjahr hinter einer zweiten Identität versteckt, um sich an ihrem Erzfeind Dale zu rächen, bietet eine wirklich spannende und innovative Dynamik. Der Einstieg in die Willowbury-University-Reihe gelingt durch den flüssigen, lockeren und gleichzeitig sehr gefühlvollen Schreibstil absolut mühelos.Besonders stark fand ich die Ausarbeitung der Charaktere. Branwyn ist keine fehlerfreie Protagonistin. Ihre tiefen emotionalen Wunden, die Verlassensängste und ihr angeknackstes Selbstwertgefühl machen sie unglaublich authentisch und nahbar. Auch Dale zeigt überraschende Facetten: Hinter seiner anfangs arroganten Fassade verbirgt sich ein absolut loyaler und herzlicher Kerl, was die Enemies-to-Lovers-Entwicklung und die spürbare Chemie zwischen den beiden extrem spannend macht. Das College-Setting mit seinen Sport- und Nerd-Anspielungen lockert die schwere Thematik perfekt auf.Ein kleiner Kritikpunkt, der zu dem Abzug von einem Stern führt, ist für mich jedoch die logische Umsetzung des „Secret Identity“-Tropes. Dass Dale sie in ihrer Verkleidung überhaupt nicht erkennt, erfordert beim Lesen schon einiges an gutem Willen und Augenzudrücken. Zudem zog sich das Hin und Her rund um das drohende Auffliegen ihres Geheimnisses im Mittelteil ein wenig in die Länge.Dennoch überwiegt der positive Eindruck: Eine wunderschöne, bittersüße Liebesgeschichte über Vertrauen, Vergebung und das Ablegen eigener Masken. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Band und vergebe begeisterte 4 von 5 Sternen!