Am Abgrund fing alles an

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larareads_ Avatar

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Wer nach einer Geschichte sucht, die einem den Boden unter den Füßen wegzieht und das Herz auf die schönste, schmerzhafteste Art zusammenschnürt, kommt an diesem Buch absolut nicht vorbei. Im Spätsommer kehrt Cloud an genau den Wolkenkratzer in New York zurück, an dem ihre beste Freundin sich das Leben genommen hat. Als sie dort selbst am Abgrund steht, begegnet sie Silas. Er ist Freerunner, sucht nachts auf den Dächern der Stadt nach Freiheit und schenkt ihr in dieser einen Nacht Gespräche, die tiefer gehen als alles andere. Danach trennen sich ihre Wege spurlos, bis Silas sie über ihre Musik auf TikTok wiederfindet, allerdings ganz heimlich, ohne dass sie weiß, wer er wirklich ist. Was als zarter Neuanfang über den Dächern Manhattans beginnt, wird zu einer Geschichte über heilende Nähe, versterbende Töne und die Frage, ob Liebe groß genug ist, um den tiefsten Schmerz der Vergangenheit zu tragen.

Dieses Buch hat mich emotional einfach von der ersten bis zur letzten Seite überrollt. Die gesamte Dynamik zwischen Cloud und Silas ist pure Magie. Es entwickelt sich alles unglaublich behutsam, ohne künstliches Drama und in einem total angenehmen Tempo. Die Dialoge zwischen den beiden sind so wunderbar direkt, ehrlich und locker, dass man beim Lesen einfach schmunzeln muss, selbst wenn die Atmosphäre drumherum schmerzhaft schwer ist. Silas ist einfach eine wandelnde Green Flag. Wie feinfühlig, respektvoll und sanft er Cloud begegnet und ihr den nötigen Halt gibt, ist einfach wunderschön. Er bringt ihr sogar das Freerunning auf den Dächern New Yorks bei. Auch die Kulisse über den Dächern von Manhattan und die Einbindung der Musik bringen eine ganz besondere, atmosphärische Stimmung mit sich. Vor allem aber geht die Darstellung von Clouds Trauer und ihrer Depression absolut unter die Haut. Die Geschichte spart nicht an schweren Themen wie Verlust, Suizidgedanken und Panikattacken, schafft es aber, das Ganze unglaublich sensibel, nahbar und respektvoll zu erzählen. Sarah Stankewitz hat einen unfassbar gefühlvollen, bildhaften und mitreißenden Schreibstil aus der Ich-Perspektive, der einen sofort in die Geschichte zieht. Man fühlt die Schwere und Traurigkeit, verliert aber durch die hoffnungsvollen Momente nie das Licht am Ende des Tunnels.

Für mich ist diese Geschichte ein absolutes Jahreshighlight und ein definitives MustRead für alle, die emotionale NewAdult Geschichten mit richtig viel Tiefgang und echten Gefühlen lieben. Wer Bücher mag, die schmerzhaft, wunderschön und voller Hoffnung sind, wird Cloud und Silas tief in sein Herz schließen. Aber bitte nehmt die Triggerwarnungen ernst und legt euch für dieses Buch unbedingt eine extragroße Packung Taschentücher bereit.