Selbst wenn...

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cazymonkey Avatar

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Als wichtiger und großer Hinweis gilt bei diesem Roman als erstes erwähnt, dass er Suizid, Depression und Verlust behandelt- auch kurz angeschnitten in dieser Rezension!

In abwechselnder Erzählsicht erlebt man als LeserIn wie aus zwei Unbekannten, Cloud und Silas, nach und nach Geliebte werden. Zwischendurch gibt es Rückblicke und Briefe zwischen Cloud und Emmi, beste Freundinnen, die sehr unterschiedlich zu sein scheinen und die in verletzten, schmerzhaften Gedanken über einen tragischen Verlust berichten. Silas führt das Schicksal eines Abends beim Freerunning zum richtigen Zeitpunkt mit Cloud zusammen. Durch einen weiteren Zufall bringt Musik und Kunst sie einander noch ein Stückchen näher.
Es ist dabei die Umsetzung an sich stimmig, wenn auch sehr rasch recht tiefe Gefühle sowie eine ernsthaft Bindung entstehen.
Das schwermütige Thema der Depression wird äußerst feinfühlig und mit bedacht behandelt- auch dass es jemanden innerlich sehr schlecht gehen kann, äußerlich dieselbe Person jedoch eine fröhliche Maske aufsetzt, fand ich glaubhaft umgesetzt.
Silas war als Charakter von Anfang an sehr überlegt, reif und sympathisch, während Clouds Innenleben erst mit fortschreitender Handlung erkenntlich wird und in einer überraschenden Wendung nochmal ordentlich emotional nachlegt.
Ein bisschen schade, für mein persönliches Empfinden, war hier jedoch gleichzeitig, das geringe Alter der Protagonisten, da es mir einfach zu jung gewählt war, gerade bei den herausfordernden Jobs, die die beiden hatten. Außerdem fand ich das "Zitat" über jedem Kapitel ein wenig unnötig, da es sich exakt so anschließend im Text wiederholt und ich das Gefühl hatte, die Autorin möchte damit zeigen worauf das Augenmerk besonders liegen soll und somit dieses Erlebnis den LeserInnen vorweg nimmt.
Der Schreibstil lebt von gefühlvollen Passagen und zahlreichen manchmal zerstreut, wiederkehrenden Gedanken, die Silas und Cloud dadurch sehr realitätsnah machten. Das Erzähltempo nahm mir am Ende nochmal eine Spur zu stark zu, trotzdem hat mich die Geschichte abschließend glaubhaft überzeugt.

"Nur wer loslässt, hat die Hände frei."

Fazit: Keine Buch, welches ich empfehlen würde, wenn man aktiv selbst mit der Thematik kämpft, da es dafür dann doch zu wenig aufgearbeitet wird, sonst aber eine schöne, traurige Erzählung mit starker Charakterentwicklung und vielen Gefühlen.