Stark. Schmerzhaft. Echt.
Cloud kehrt jedes Jahr an den Ort zurück, an dem ihre beste Freundin ihr Leben beendet hat. Ein Hochhaus mitten in Manhattan, hoch über den Straßen New Yorks, verbunden mit Erinnerungen, Schuld, Trauer und einem Schmerz, den sie seit Jahren mit sich herumträgt. Als Cloud selbst an einem dieser Tage am Abgrund steht, begegnet sie Silas. Er ist Freerunner und sucht nachts auf den Dächern der Stadt genau dieses Gefühl von Freiheit, das Cloud schon lange verloren hat.
Zwischen den beiden entsteht in einer einzigen Nacht eine ganz besondere Verbindung. Doch am nächsten Morgen ist sie verschwunden, ohne ihren Namen zu hinterlassen.
Wochen später kreuzen sich ihre Wege erneut, ohne dass Cloud weiß, wer hinter dem geheimnisvollen Violinisten steckt, der ihre Musik begleitet.
Aus dieser zunächst ungewöhnlichen Begegnung entwickelt sich langsam etwas Zerbrechliches und Echtes. Doch Cloud trägt ein Geheimnis mit sich herum, das nicht nur ihre eigene Vergangenheit betrifft und das irgendwann droht, alles zwischen ihr und Silas wieder einzureißen.
"The Weight of Falling (in Love)" von Sarah Stankewitz ist für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach dem Beenden erst einmal kurz dasitzen musste, weil ich überhaupt nicht wusste, wohin mit all den Gefühlen.
Sarah Stankewitz schreibt hier über ein unglaublich sensibles und wichtiges Thema und zwar auf eine Art, die mich wirklich beeindruckt hat. Roh, kraftvoll, brutal ehrlich und ohne die schwierigen Seiten schönzureden.
Ihr Schreibstil ist emotional, aber trotzdem flüssig und leicht lesbar. Das ist bei diesem Thema wirklich eine Kunst. Denn die Geschichte ist alles andere als leichte Kost.
Die Atmosphäre, die sie dabei schafft, ist teilweise wunderschön und gleichzeitig unglaublich traurig. Dieses Zusammenspiel aus Höhe, Himmel, Musik und den dunklen Gedanken der Figuren hat etwas sehr Besonderes.
Cloud als Protagonistin, ist eine Person, die mir unglaublich nahegegangen ist. Sie ist nicht immer einfach, manchmal widersprüchlich und teilweise schwer zu greifen, aber genau das hat für mich zu ihr gepasst.
Clouds Gedanken, ihre Erschöpfung, ihre innere Zerrissenheit und dieser Kampf, den sie mit sich selbst führt, haben sich für mich unglaublich authentisch angefühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass hier einfach nur beschrieben wird, wie es jemandem mit psychischen Problemen geht. Ich hatte vielmehr das Gefühl, Cloud dabei zuzusehen, wie sie versucht, irgendwie weiterzumachen, obwohl sie selbst teilweise gar nicht mehr weiß, woher sie die Kraft dafür nehmen soll.
Gerade weil das Buch nichts beschönigt, fühlte sie sich für mich so echt an.
Es macht aus Clouds Problemen keine romantische Tragödie und behandelt das Thema auch nicht wie ein hübsches dramatisches Element, das der Liebesgeschichte mehr Tiefe geben soll. Vielmehr steht ihre mentale Gesundheit tatsächlich im Mittelpunkt und wird in all ihren widersprüchlichen Facetten gezeigt. Es gibt nicht einfach einen Moment, in dem plötzlich alles gut ist. Und genau das fand ich so wichtig und realistisch.
Denn es gibt so viele Menschen, die täglich mit solchen Gedanken und Kämpfen leben. Und leider gibt es auch viel zu viele, die diesen Kampf verlieren.
Umso mehr Respekt habe ich vor Cloud. Nicht, weil sie immer stark ist. Sondern gerade weil sie es oft nicht ist. Weil sie trotzdem weitermacht. Weil sie versucht, ihren Weg zu finden, selbst in Momenten, in denen sie selbst vermutlich nicht erkennen kann, wie viel Kraft eigentlich noch in ihr steckt.
Besonders schön fand ich zudem die kleinen Einblicke in Clouds Vergangenheit. Diese Rückblicke waren für mich wie einzelne Puzzleteile, die immer wieder eine weitere Facette von Cloud und ihrer Geschichte gezeigt haben. Auch die Briefe haben mir richtig gut gefallen. Sie haben die Handlung nicht nur aufgelockert, sondern vor allem die Gedanken und Gefühle noch einmal auf eine ganz andere Art greifbar gemacht.
Und dann ist da Silas. Ich mochte ihn wirklich sehr.
Vor allem deshalb, weil er Cloud wirklich sieht.
Er versucht nicht, ihre Probleme für sie zu lösen oder ihr vorzuschreiben, was sie fühlen soll. Er ist einfach da. Und zwar genau in dem Maß, in dem es richtig ist. Er unterstützt sie, wenn sie selbst nicht für sich da sein kann. Selbst in Clouds dunkelsten Momenten verurteilt er sie nicht.
Und ich fand es unglaublich schön zu lesen, wie vorsichtig sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt. Nichts fühlte sich für mich überstürzt an. Ihre Verbindung entsteht zunächst über Gespräche, Musik, Vertrauen und diese ganz besonderen Momente, in denen zwei Menschen plötzlich das Gefühl haben, beim anderen etwas gefunden zu haben, das sie sonst nirgendwo finden.
Die Liebesgeschichte durfte sich entwickeln und genau deshalb habe ich sie ihnen auch abgenommen.
Obwohl das Buch ein sehr schweres Thema behandelt, war die Geschichte für mich durchgehend spannend. Gerade weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter Cloud steckt und wohin diese ganze Entwicklung führen würde.
Ein besonderer Pluspunkt dabei: Die Geschichte hat mich immer wieder neugierig gemacht, ohne dass ich das Gefühl hatte, künstlich von einem Geheimnis zum nächsten geschoben zu werden.
Den Twist rundum Clouds Geheimnis empfand ich zudem als sehr stark. Ich hatte ihn so nicht kommen sehen. Gleichzeitig war er im Nachhinein nicht einfach nur ein „Oh, damit habe ich nicht gerechnet!“, sondern hat erstaunlich viel Sinn ergeben.
Was mir besonders wichtig ist: "The Weight of Falling (in Love)" ist für mich trotz all seiner Schwere kein hoffnungsloses Buch.
Es zeigt, wie dunkel es werden kann. Es zeigt Gedanken, die erschreckend ehrlich und schmerzhaft sind. Es zeigt auch, dass Liebe, Freundschaft und Unterstützung nicht automatisch alle Probleme lösen können.
Aber es zeigt ebenso, wie wichtig es sein kann, wenn jemand bleibt, zu hört und nicht urteilt.
Und genau deshalb finde ich dieses Buch so wichtig.
Mentale Gesundheit wird leider noch immer viel zu häufig tabuisiert oder stigmatisiert. Gerade Geschichten wie diese können dazu beitragen, dass Menschen hinschauen, zuhören und vielleicht auch ein bisschen besser verstehen, was in anderen Menschen vorgehen kann.
Fazit
Für mich ist "The Weight of Falling (in Love)" von Sarah Stankewitz ein wirklich starkes Buch, das mich völlig überwältigt hat. Ein Buch, das wehgetan hat, aber auf eine wichtige und ehrliche Art. Und definitiv eines, das noch lange in meinem Kopf und Herzen bleiben wird.
Zwischen den beiden entsteht in einer einzigen Nacht eine ganz besondere Verbindung. Doch am nächsten Morgen ist sie verschwunden, ohne ihren Namen zu hinterlassen.
Wochen später kreuzen sich ihre Wege erneut, ohne dass Cloud weiß, wer hinter dem geheimnisvollen Violinisten steckt, der ihre Musik begleitet.
Aus dieser zunächst ungewöhnlichen Begegnung entwickelt sich langsam etwas Zerbrechliches und Echtes. Doch Cloud trägt ein Geheimnis mit sich herum, das nicht nur ihre eigene Vergangenheit betrifft und das irgendwann droht, alles zwischen ihr und Silas wieder einzureißen.
"The Weight of Falling (in Love)" von Sarah Stankewitz ist für mich eines dieser Bücher, bei denen ich nach dem Beenden erst einmal kurz dasitzen musste, weil ich überhaupt nicht wusste, wohin mit all den Gefühlen.
Sarah Stankewitz schreibt hier über ein unglaublich sensibles und wichtiges Thema und zwar auf eine Art, die mich wirklich beeindruckt hat. Roh, kraftvoll, brutal ehrlich und ohne die schwierigen Seiten schönzureden.
Ihr Schreibstil ist emotional, aber trotzdem flüssig und leicht lesbar. Das ist bei diesem Thema wirklich eine Kunst. Denn die Geschichte ist alles andere als leichte Kost.
Die Atmosphäre, die sie dabei schafft, ist teilweise wunderschön und gleichzeitig unglaublich traurig. Dieses Zusammenspiel aus Höhe, Himmel, Musik und den dunklen Gedanken der Figuren hat etwas sehr Besonderes.
Cloud als Protagonistin, ist eine Person, die mir unglaublich nahegegangen ist. Sie ist nicht immer einfach, manchmal widersprüchlich und teilweise schwer zu greifen, aber genau das hat für mich zu ihr gepasst.
Clouds Gedanken, ihre Erschöpfung, ihre innere Zerrissenheit und dieser Kampf, den sie mit sich selbst führt, haben sich für mich unglaublich authentisch angefühlt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass hier einfach nur beschrieben wird, wie es jemandem mit psychischen Problemen geht. Ich hatte vielmehr das Gefühl, Cloud dabei zuzusehen, wie sie versucht, irgendwie weiterzumachen, obwohl sie selbst teilweise gar nicht mehr weiß, woher sie die Kraft dafür nehmen soll.
Gerade weil das Buch nichts beschönigt, fühlte sie sich für mich so echt an.
Es macht aus Clouds Problemen keine romantische Tragödie und behandelt das Thema auch nicht wie ein hübsches dramatisches Element, das der Liebesgeschichte mehr Tiefe geben soll. Vielmehr steht ihre mentale Gesundheit tatsächlich im Mittelpunkt und wird in all ihren widersprüchlichen Facetten gezeigt. Es gibt nicht einfach einen Moment, in dem plötzlich alles gut ist. Und genau das fand ich so wichtig und realistisch.
Denn es gibt so viele Menschen, die täglich mit solchen Gedanken und Kämpfen leben. Und leider gibt es auch viel zu viele, die diesen Kampf verlieren.
Umso mehr Respekt habe ich vor Cloud. Nicht, weil sie immer stark ist. Sondern gerade weil sie es oft nicht ist. Weil sie trotzdem weitermacht. Weil sie versucht, ihren Weg zu finden, selbst in Momenten, in denen sie selbst vermutlich nicht erkennen kann, wie viel Kraft eigentlich noch in ihr steckt.
Besonders schön fand ich zudem die kleinen Einblicke in Clouds Vergangenheit. Diese Rückblicke waren für mich wie einzelne Puzzleteile, die immer wieder eine weitere Facette von Cloud und ihrer Geschichte gezeigt haben. Auch die Briefe haben mir richtig gut gefallen. Sie haben die Handlung nicht nur aufgelockert, sondern vor allem die Gedanken und Gefühle noch einmal auf eine ganz andere Art greifbar gemacht.
Und dann ist da Silas. Ich mochte ihn wirklich sehr.
Vor allem deshalb, weil er Cloud wirklich sieht.
Er versucht nicht, ihre Probleme für sie zu lösen oder ihr vorzuschreiben, was sie fühlen soll. Er ist einfach da. Und zwar genau in dem Maß, in dem es richtig ist. Er unterstützt sie, wenn sie selbst nicht für sich da sein kann. Selbst in Clouds dunkelsten Momenten verurteilt er sie nicht.
Und ich fand es unglaublich schön zu lesen, wie vorsichtig sich die Beziehung zwischen den beiden entwickelt. Nichts fühlte sich für mich überstürzt an. Ihre Verbindung entsteht zunächst über Gespräche, Musik, Vertrauen und diese ganz besonderen Momente, in denen zwei Menschen plötzlich das Gefühl haben, beim anderen etwas gefunden zu haben, das sie sonst nirgendwo finden.
Die Liebesgeschichte durfte sich entwickeln und genau deshalb habe ich sie ihnen auch abgenommen.
Obwohl das Buch ein sehr schweres Thema behandelt, war die Geschichte für mich durchgehend spannend. Gerade weil ich unbedingt wissen wollte, was hinter Cloud steckt und wohin diese ganze Entwicklung führen würde.
Ein besonderer Pluspunkt dabei: Die Geschichte hat mich immer wieder neugierig gemacht, ohne dass ich das Gefühl hatte, künstlich von einem Geheimnis zum nächsten geschoben zu werden.
Den Twist rundum Clouds Geheimnis empfand ich zudem als sehr stark. Ich hatte ihn so nicht kommen sehen. Gleichzeitig war er im Nachhinein nicht einfach nur ein „Oh, damit habe ich nicht gerechnet!“, sondern hat erstaunlich viel Sinn ergeben.
Was mir besonders wichtig ist: "The Weight of Falling (in Love)" ist für mich trotz all seiner Schwere kein hoffnungsloses Buch.
Es zeigt, wie dunkel es werden kann. Es zeigt Gedanken, die erschreckend ehrlich und schmerzhaft sind. Es zeigt auch, dass Liebe, Freundschaft und Unterstützung nicht automatisch alle Probleme lösen können.
Aber es zeigt ebenso, wie wichtig es sein kann, wenn jemand bleibt, zu hört und nicht urteilt.
Und genau deshalb finde ich dieses Buch so wichtig.
Mentale Gesundheit wird leider noch immer viel zu häufig tabuisiert oder stigmatisiert. Gerade Geschichten wie diese können dazu beitragen, dass Menschen hinschauen, zuhören und vielleicht auch ein bisschen besser verstehen, was in anderen Menschen vorgehen kann.
Fazit
Für mich ist "The Weight of Falling (in Love)" von Sarah Stankewitz ein wirklich starkes Buch, das mich völlig überwältigt hat. Ein Buch, das wehgetan hat, aber auf eine wichtige und ehrliche Art. Und definitiv eines, das noch lange in meinem Kopf und Herzen bleiben wird.