Zwischen Fliegen und Fallen
Das Cover kommt schwer, aber gleichzeitig tröstend und voller Hoffnung daher und ist somit absolut passend zu diesem Meisterwerk der Gefühle. Während dunkle Wolken und der verlaufende Titel eine gewisse Düsterkeit vermitteln, verdrängt das helle Sonnenlicht am Horizont geradezu die Schwere und gibt Hoffnung.
Sarah Stankewitz hat in diesem Buch mit wenigen Worten viel bewegt. Sie hat einer super ernsten Thematik den perfekten Hauch von Feingefühl und Leichtigkeit gegeben. Der Schreibstil ist einfach gehalten, trotz einer großen Message. Durch die gegenwärtige Ich-Perspektive der Protagonisten, mit Rückblenden in Form von Videoaufzeichnungen und Briefen, kann man sich in die Personen hineinversetzen und mitfühlen, ohne dabei etwas zu verpassen. Ihre Worte waren bildhaft, jedoch nicht überladen mit Details.
Clouds beste Freundin nahm sich das Leben. Ohne ein Wort der Erklärung. Seitdem begibt sie sich an jedem Jahrestag auf das Dach des Hochhauses, wo es passierte, bis sie dort auf Silas trifft. Silas, der als Freerunner die Freiheit der Stadt auf den Dächern New Yorks findet. Beide spüren direkt eine Verbindung zueinander, doch nach einer Nacht voller intensiver Gespräche, ohne den Namen des anderen zu kennen, verschwindet Cloud wortlos. Als Silas sie später durch Social Media wiederfindet, versucht er, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Und als sie sich wieder treffen, entsteht schnell eine intensive Verbindung zwischen den beiden. Doch beide tragen dunkle Geheimnisse in sich, die ihre zarte Verbindung zerstören könnten.
Cloud ist eine eher ernste Protagonistin mit einem unglaublich schweren Gepäck. Sie wirkt stark und mutig, jedoch zugleich auch unglaublich verloren und einsam. Jeder, der bereits eine geliebte Person verloren hat, kann sich wohl hineinversetzen, wie sehr sich das Leben ändert und die Trauer den Weg bestimmt. Wenn dies auch noch plötzlich, durch einen Unfall oder wie in The Weight of Falling (in Love) durch Suizid passiert, bleiben die riesigen Fragen nach dem Warum, die einen noch mehr in die Tiefe reißen. Dies machte Cloud für mich sehr nahbar. Durch die gegebenen Rückblicke auf die Zeit mit ihrer besten Freundin konnte man die Liebe, die sie empfand, ebenfalls fühlen, ihre Fragen verstehen und ihre Verzweiflung, einen Weg für sich zu finden, begleiten. Cloud lebt für zwei: Für sich selbst, unsicher und vorsichtig, und für ihre Freundin, voller Abenteuer, Waghalsigkeit und Freiheit.
Silas ist dagegen das perfekte Pendant zu Cloud. Ich habe ihn als bescheiden, sehr feinfühlig und sanft wahrgenommen. Auch er trägt eine Last mit sich, ist die schwersten Wege aber bereits gegangen und hat gelernt zu leben. Er schenkt Cloud Sicherheit, beweist durch Vernunft sein Feingefühl für die Gefühle anderer und opfert sich für diejenigen auf, die ihm am Herzen liegen. Seine Freiheit findet er im Freerunning, einem sehr gefährlichen Hobby, dem er jedoch immer bedacht begegnet und es so auch Cloud mit Sicherheit und Freude näherbringt.
Die Beziehung der beiden baut sich langsam auf, sogar ziemlich geheimnisvoll, da sie sich nicht einmal ihre wahren Namen verraten. Mich hat dabei besonders Silas berührt, wie er Stimmungen wahrnimmt, seinem Gegenüber mit dem nötigen Respekt begegnet und Cloud auf eine Weise sichert, die sie dringend braucht. Denn Cloud sucht nach dem Gefühl von Leben, nach einem Risiko, welches gar nicht zu ihren Gedanken passt. Durch das Verschweigen finden die beiden schnell einen gemeinsamen Weg, wie die Verbindung durch Musik, die ihnen Ruhe schenkt, und Action durch das Freerunning.
Doch die Verbindung wird durch Clouds Geheimnisse überschattet, vor allem durch die tiefen Gefühle, die sie in Briefen an ihre beste Freundin mit sich trägt und die durch unglückliche Umstände an die Öffentlichkeit gelangen. Während dies Cloud mit dem letzten Schubs in die Dunkelheit der Depressionen stürzt, ist es Silas, der mit allen Mitteln versucht, ihr zu helfen und Licht zu schenken, wo er nur kann. Seinen Biss, sich nicht zurückweisen zu lassen, aber sich auch selbst zu schützen, wenn er weiß, er schafft es nicht, ohne sich aufzuopfern, fand ich unglaublich stark und berührend. Nur so konnte er Cloud am Ende helfen, sich selbst, ihre Wahrheit und somit Emma zu finden. Durch das Wahren von Respekt und das Schenken von Liebe hat er sie zurück in die Richtung des Lichts geschickt, ohne sich selbst wieder zu verlieren.
Mein Fazit: Dieses Buch ist schwere Kost. An jeder Ecke begegnen wir schwierigen Themen, und erst im Verlauf der Geschichte wird einem klar, wie tiefgreifend und gefährlich diese sind. Aber es schenkt auch Mut. Mut, den Weg ins Licht zu finden, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen, um seine Lasten nicht allein zu tragen. Es schafft Normalität für Trauer und zeigt die Tatsache, dass es für jeden einen anderen Weg gibt, weiterzumachen, wenn alles nur noch grau und trist erscheint. The Weight of Falling (in Love) zeigt auch, wie wichtig es ist, respektvoll im Umgang mit anderen zu sein und feinfühlig nicht jedes „Es geht mir gut“ zu glauben. Ich wünsche mir nach diesem Buch einen Silas für jeden und bin mir sicher: Wenn wir unsere Herzen öffnen, werden wir ihn auch finden.
Sarah Stankewitz hat in diesem Buch mit wenigen Worten viel bewegt. Sie hat einer super ernsten Thematik den perfekten Hauch von Feingefühl und Leichtigkeit gegeben. Der Schreibstil ist einfach gehalten, trotz einer großen Message. Durch die gegenwärtige Ich-Perspektive der Protagonisten, mit Rückblenden in Form von Videoaufzeichnungen und Briefen, kann man sich in die Personen hineinversetzen und mitfühlen, ohne dabei etwas zu verpassen. Ihre Worte waren bildhaft, jedoch nicht überladen mit Details.
Clouds beste Freundin nahm sich das Leben. Ohne ein Wort der Erklärung. Seitdem begibt sie sich an jedem Jahrestag auf das Dach des Hochhauses, wo es passierte, bis sie dort auf Silas trifft. Silas, der als Freerunner die Freiheit der Stadt auf den Dächern New Yorks findet. Beide spüren direkt eine Verbindung zueinander, doch nach einer Nacht voller intensiver Gespräche, ohne den Namen des anderen zu kennen, verschwindet Cloud wortlos. Als Silas sie später durch Social Media wiederfindet, versucht er, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Und als sie sich wieder treffen, entsteht schnell eine intensive Verbindung zwischen den beiden. Doch beide tragen dunkle Geheimnisse in sich, die ihre zarte Verbindung zerstören könnten.
Cloud ist eine eher ernste Protagonistin mit einem unglaublich schweren Gepäck. Sie wirkt stark und mutig, jedoch zugleich auch unglaublich verloren und einsam. Jeder, der bereits eine geliebte Person verloren hat, kann sich wohl hineinversetzen, wie sehr sich das Leben ändert und die Trauer den Weg bestimmt. Wenn dies auch noch plötzlich, durch einen Unfall oder wie in The Weight of Falling (in Love) durch Suizid passiert, bleiben die riesigen Fragen nach dem Warum, die einen noch mehr in die Tiefe reißen. Dies machte Cloud für mich sehr nahbar. Durch die gegebenen Rückblicke auf die Zeit mit ihrer besten Freundin konnte man die Liebe, die sie empfand, ebenfalls fühlen, ihre Fragen verstehen und ihre Verzweiflung, einen Weg für sich zu finden, begleiten. Cloud lebt für zwei: Für sich selbst, unsicher und vorsichtig, und für ihre Freundin, voller Abenteuer, Waghalsigkeit und Freiheit.
Silas ist dagegen das perfekte Pendant zu Cloud. Ich habe ihn als bescheiden, sehr feinfühlig und sanft wahrgenommen. Auch er trägt eine Last mit sich, ist die schwersten Wege aber bereits gegangen und hat gelernt zu leben. Er schenkt Cloud Sicherheit, beweist durch Vernunft sein Feingefühl für die Gefühle anderer und opfert sich für diejenigen auf, die ihm am Herzen liegen. Seine Freiheit findet er im Freerunning, einem sehr gefährlichen Hobby, dem er jedoch immer bedacht begegnet und es so auch Cloud mit Sicherheit und Freude näherbringt.
Die Beziehung der beiden baut sich langsam auf, sogar ziemlich geheimnisvoll, da sie sich nicht einmal ihre wahren Namen verraten. Mich hat dabei besonders Silas berührt, wie er Stimmungen wahrnimmt, seinem Gegenüber mit dem nötigen Respekt begegnet und Cloud auf eine Weise sichert, die sie dringend braucht. Denn Cloud sucht nach dem Gefühl von Leben, nach einem Risiko, welches gar nicht zu ihren Gedanken passt. Durch das Verschweigen finden die beiden schnell einen gemeinsamen Weg, wie die Verbindung durch Musik, die ihnen Ruhe schenkt, und Action durch das Freerunning.
Doch die Verbindung wird durch Clouds Geheimnisse überschattet, vor allem durch die tiefen Gefühle, die sie in Briefen an ihre beste Freundin mit sich trägt und die durch unglückliche Umstände an die Öffentlichkeit gelangen. Während dies Cloud mit dem letzten Schubs in die Dunkelheit der Depressionen stürzt, ist es Silas, der mit allen Mitteln versucht, ihr zu helfen und Licht zu schenken, wo er nur kann. Seinen Biss, sich nicht zurückweisen zu lassen, aber sich auch selbst zu schützen, wenn er weiß, er schafft es nicht, ohne sich aufzuopfern, fand ich unglaublich stark und berührend. Nur so konnte er Cloud am Ende helfen, sich selbst, ihre Wahrheit und somit Emma zu finden. Durch das Wahren von Respekt und das Schenken von Liebe hat er sie zurück in die Richtung des Lichts geschickt, ohne sich selbst wieder zu verlieren.
Mein Fazit: Dieses Buch ist schwere Kost. An jeder Ecke begegnen wir schwierigen Themen, und erst im Verlauf der Geschichte wird einem klar, wie tiefgreifend und gefährlich diese sind. Aber es schenkt auch Mut. Mut, den Weg ins Licht zu finden, um Hilfe zu bitten und diese anzunehmen, um seine Lasten nicht allein zu tragen. Es schafft Normalität für Trauer und zeigt die Tatsache, dass es für jeden einen anderen Weg gibt, weiterzumachen, wenn alles nur noch grau und trist erscheint. The Weight of Falling (in Love) zeigt auch, wie wichtig es ist, respektvoll im Umgang mit anderen zu sein und feinfühlig nicht jedes „Es geht mir gut“ zu glauben. Ich wünsche mir nach diesem Buch einen Silas für jeden und bin mir sicher: Wenn wir unsere Herzen öffnen, werden wir ihn auch finden.