Alte Freunde

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hoelzchen Avatar

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Wie ich erst im Nachwort erfahren haben, ist dieser Thriller die Fortsetzung von „The Woman in Cabin 10“. Dieses Buch kenne ich nicht, aber „The Woman in Suite 11“ lässt sich auch so wunderbar lesen. Es ist ein in sich geschlossener Roman. Lo ist Engländerin und lebt mit ihrem amerikanischen Mann und zwei kleinen Söhnen in New York. Sie ist Journalistin und hat für einige Jahre eine Familienpause eingelegt, möchte nun aber gerne wieder arbeiten. Da kommt ihr die berufliche Einladung in die Schweiz gerade recht. Ein Luxushotel in der Schweiz ist das Ziel. Dort hofft sie auf ein Interview mit einem medienscheuen Milliardär. Im Hotel angekommen ist Lo überrascht, dass sie auf einige alte Weggefährten trifft, die vor einigen Jahren zusammen mit ihr auf einem Kreuzfahrtschiff waren. Und hier setzt der Bezug auf den ersten Teil an. Was genau damals passiert ist, wird hier nicht erwähnt, doch man ahnt, dass es dramatische Ereignisse gewesen sein müssen. In der Hotelsuite Nummer 11 ist auch eine Teilnehmerin der Schiffsreise untergebracht und sie und Lo treffen aufeinander. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Lo wird in einem Mordfall verwickelt und ihr geplanter Besuch in England bei ihrer Mutter läuft völlig aus dem Ruder. Lo versucht sich aus der Misere zu befreien und zum Glück findet sie Unterstützung und kann zur Aufklärung beitragen.
Absolut überzeugt hat mich dieser Thriller nicht. Das erste Drittel plätschert so dahin und die Autorin erläutert langatmig die Reise in die Schweiz, das Ankommen im Hotel, der erste Abend, die erste Nacht. All diese Nebensächlichkeiten wird zu viel Raum gegeben. Man muss also recht lange warten, bis die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt. Aber dann kommt endlich der Thriller zum Vorschein. Schlag auf Schlag gibt es immer wieder neue Verwicklungen und Überraschungen und Ruth Ware ist an dem Punkt angekommen, was sie wirklich kann, die Geschichte ist gut durchdacht und der Plot lässt sogar Spielraum für eine weitere Fortsetzung. Auch wenn Lo manchmal etwas leichtgläubig erscheint, so ist sie für mich eine sympathische Protagonistin und zum Ende hin, war alles stimmig und der langatmige Beginn war vergessen, denn ich konnte das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen. Ich bin neugierig geworden und werde nun auch „The Woman in Cabin 10“ lesen wollen.