Echo der Vergangenheit
Genf. Zehn Jahre nach den Vorfällen auf dem Kreuzfahrtschiff in Norwegen wagt Lo Blacklock die ersten Schritte im Job als Reisejournalistin. Ihr Weg führt sie zu einer Neueröffnung eines Luxushotels in die Schweiz. Es scheint eine ganz gewöhnliche Reise zu einem Interview mit dem schwer zugänglichen Marcus Leidmann zu sein. Vor Ort trifft sie als erstes zwei bekannte Gesichter, die auch bei der Kreuzfahrt dabei waren. Los Erinnerungen werden geweckt und sogar noch verstärkt, als sie eine nächtliche Einladung in die Suite des Hotelbesitzers erhält. Dort trifft sie eine Entscheidung, die den weiteren Verlauf der Reise signifikant verändert.
Ruth Ware lässt die Journalistin Lo Blacklock erneut einen lebensgefährlichen Job erledigen. Als Reisejournalistin muss sie nun aus ihrem sicheren Zuhause in New York nach Europa reisen. Geplant ist außerdem ein Besuch bei ihrer Mutter in England, nachdem sie das Interview mit dem Hotelier geführt hat. Bei den Büchern der Autorin ahnt man bereits jetzt, dass es so einfach nicht werden wird. Das Gefühl wird noch verstärkt, als vier der Figuren vom Kreuzfahrtschiff im Hotel auftauchen. The Woman in Cabin 10 ist mir noch gut in Erinnerung und weckte somit die Erwartungshaltung. Ware wählt mit dem Hotel einen Ort, an dem Unvorhersehbares plausibel erklärt werden kann und die Figuren mitten in einer Menschenmenge auf sich selbst gestellt sein können. Die Voraussetzungen für einen spannenden Thriller sind also gegeben. Übrigens ist es nicht notwendig, dass man den Vorgänger gelesen hat. Die Beziehungen der Figuren werden ausreichend dargestellt.
Bekannte Motive in neuer Konstellation
Die Handlung wird nach bewährtem Muster aufgebaut. Blacklock reist arglos über den Atlantik zu ihrem ersten Auftrag. Verständlicherweise ist sie ein bisschen aufgeregt. Sie hat die Zeit dazu genutzt, das traumatische Erlebnis in Norwegen zu verarbeiten und hat zudem eine Familie gegründet. Die junge Frau ist ganz anders im Alltag verankert als damals. Ware versucht nun, eine Gefahrenlage zu konzipieren, die sie gern noch etwas hätte verschärfen können. Sie spielt mit dem Vertrauen gegenüber Amtspersonen und lässt widersprüchliche Informationen einfließen, die man als Leser erst noch sortieren muss. Sie entscheidet sich, einer Bekannten vom Schiff zu helfen, der sie ihr Leben verdankt. Damit bringt sie sich selbst in eine Situation, die durchaus gefährlich sein kann. Ständig habe ich darauf gewartet, dass jemand wie gewohnt die tiefschwarzen Abgründe seiner menschlichen Psyche offenbart und auch entsprechend agiert. Sagen wir mal so: die gibt es, aber drumherum gibt es auch ein Sicherheitsgeländer. Das Buch liest sich dennoch spannend und der Erzählstil der Autorin trägt die Geschichte.
Mit The Woman in Suite 11 knüpft Ruth Ware thematisch und atmosphärisch an ihren bekanntesten Thriller an, erreicht meiner Meinung nach dessen Intensität jedoch nicht ganz. Der Erzählstil ist wie gewohnt flüssig und sorgt für stetige Spannung, auch wenn die Gefahrenlage vergleichsweise kontrolliert bleibt. Lo Blacklock erlebt erneut ihr Trauma vom Kreuzfahrtschiff in abgewandelter Form in einem Hotel. Wer einen kompromisslosen Nervenkitzel erwartet, könnte sich etwas mehr Abgründigkeit wünschen. Als solider, gut konstruierter Thriller mit vertrauten Motiven und angenehmem Lesefluss bietet der Roman dennoch großen Unterhaltungswert.
Ruth Ware lässt die Journalistin Lo Blacklock erneut einen lebensgefährlichen Job erledigen. Als Reisejournalistin muss sie nun aus ihrem sicheren Zuhause in New York nach Europa reisen. Geplant ist außerdem ein Besuch bei ihrer Mutter in England, nachdem sie das Interview mit dem Hotelier geführt hat. Bei den Büchern der Autorin ahnt man bereits jetzt, dass es so einfach nicht werden wird. Das Gefühl wird noch verstärkt, als vier der Figuren vom Kreuzfahrtschiff im Hotel auftauchen. The Woman in Cabin 10 ist mir noch gut in Erinnerung und weckte somit die Erwartungshaltung. Ware wählt mit dem Hotel einen Ort, an dem Unvorhersehbares plausibel erklärt werden kann und die Figuren mitten in einer Menschenmenge auf sich selbst gestellt sein können. Die Voraussetzungen für einen spannenden Thriller sind also gegeben. Übrigens ist es nicht notwendig, dass man den Vorgänger gelesen hat. Die Beziehungen der Figuren werden ausreichend dargestellt.
Bekannte Motive in neuer Konstellation
Die Handlung wird nach bewährtem Muster aufgebaut. Blacklock reist arglos über den Atlantik zu ihrem ersten Auftrag. Verständlicherweise ist sie ein bisschen aufgeregt. Sie hat die Zeit dazu genutzt, das traumatische Erlebnis in Norwegen zu verarbeiten und hat zudem eine Familie gegründet. Die junge Frau ist ganz anders im Alltag verankert als damals. Ware versucht nun, eine Gefahrenlage zu konzipieren, die sie gern noch etwas hätte verschärfen können. Sie spielt mit dem Vertrauen gegenüber Amtspersonen und lässt widersprüchliche Informationen einfließen, die man als Leser erst noch sortieren muss. Sie entscheidet sich, einer Bekannten vom Schiff zu helfen, der sie ihr Leben verdankt. Damit bringt sie sich selbst in eine Situation, die durchaus gefährlich sein kann. Ständig habe ich darauf gewartet, dass jemand wie gewohnt die tiefschwarzen Abgründe seiner menschlichen Psyche offenbart und auch entsprechend agiert. Sagen wir mal so: die gibt es, aber drumherum gibt es auch ein Sicherheitsgeländer. Das Buch liest sich dennoch spannend und der Erzählstil der Autorin trägt die Geschichte.
Mit The Woman in Suite 11 knüpft Ruth Ware thematisch und atmosphärisch an ihren bekanntesten Thriller an, erreicht meiner Meinung nach dessen Intensität jedoch nicht ganz. Der Erzählstil ist wie gewohnt flüssig und sorgt für stetige Spannung, auch wenn die Gefahrenlage vergleichsweise kontrolliert bleibt. Lo Blacklock erlebt erneut ihr Trauma vom Kreuzfahrtschiff in abgewandelter Form in einem Hotel. Wer einen kompromisslosen Nervenkitzel erwartet, könnte sich etwas mehr Abgründigkeit wünschen. Als solider, gut konstruierter Thriller mit vertrauten Motiven und angenehmem Lesefluss bietet der Roman dennoch großen Unterhaltungswert.