Fade und enttäuschend, das kann die Autorin eigentlich besser

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Laura Blacklock hat immer noch mit den Ereignissen zu kämpfen, die ihr vor Jahren auf dem Schiff „Aurora“ widerfahren sind. Als sie zur Eröffnung eines Hotels in der Schweiz eingeladen wird, sieht sie ihre Chance gekommen, die Erlebnisse hinter sich zu lassen und wieder in die Berufswelt als Journalistin einzusteigen. Doch dann begegnet ihr in Suite 11 eine Frau, die in Gefahr zu schweben scheint und Laura wäre nicht Laura, wenn sie nicht versuchen würde zu helfen.

Bisher habe ich 2 Bücher von Ruth Ware gelesen, die mich so restlos begeistert haben, dass ich sie augenblicklich zu einer meiner Lieblingsautorinnen ernannt habe. Eins der Bücher war „The Woman in Cabin 10“, der Vorgänger dieses Buches hier. Und deshalb tut es mir in der Seele weh zu schreiben, dass mich „The Woman in Suite 11“ nicht nur nicht überzeugen konnte, sondern mich regelrecht enttäuscht hat. Und zwar so sehr, dass ich eigentlich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Zuerst möchte ich sagen, dass man Band 1 nicht unbedingt gelesen haben muss, um den Nachfolger zu lesen. Allerdings tauchen viele Personen aus Band 1 in dieser Geschichte auf und genau das, was ich sonst eigentlich immer gut finde, wurde mir hier zum Verhängnis. „The Woman in Cabin 10“ ist so lange her, dass mir die Charaktere kaum noch bekannt waren und ich teilweise sogar nachlesen musste, in welchem Verhältnis sie zu Laura standen, bzw. wie sie im ersten Band auseinander gegangen sind. Das hat mich ziemlich abgelenkt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich diesmal gar nicht mit Laura warm geworden bin. Ich konnte ihre Handlungsweisen in keinster Weise nachvollziehen! Besonders nicht im Hinblick auf ihre Erlebnisse von damals. Tatsächlich schien sie mir regelrecht fremd zu sein. Im ersten Teil habe ich sie als sehr tough empfunden, in diesem Buch war sie nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Ich fand ihre Entscheidungen ziemlich unglaubwürdig und scheinbar hat sie aus ihrer Vergangenheit nichts gelernt.

Aber auch die Story selbst konnte mich nicht überzeugen. Die Autorin hat versucht, das Buch komplett auf Band 1 aufzubauen, was besonders in der ersten Hälfte eher wie ein Abklatsch wirkt. Auch habe ich lange darauf gewartet, dass die Geschichte in Fahrt kommt. Ich war mir sicher, dass es noch richtig spannend werden würde. Leider war das nicht der Fall. Ein Spannungsbogen war kaum vorhanden, insgesamt ist die Geschichte eher ein Krimi als ein Thriller. Es gab keine Wendungen die mich irgendwie überrascht hätten und auch das Ende war vorhersehbar. Was den Mord angeht war bei mir eigentlich nie die Frage wer, sondern nur das wie. Das hat nicht gereicht, um Spannung aufkommen zum lassen. Das kann Ruth Ware eigentlich besser.

Nach dem ein oder anderen Kapitel kamen kleine Ausschnitte von Mails, Nachrichtenartikel etc. Diese haben immer ein wenig gespoilert was den weiteren Verlauf der Story angeht. Das fand ich sehr erfrischend und passend, denn dadurch wurde ich zumindest neugierig gemacht, wie es so weit kommen konnte (ich möchte jetzt kein Beispiel nennen, da ich selbst nicht spoilern will).
Und natürlich waren meine Erwartungen an dieses Buch extrem hoch, dennoch ist das bei meiner Bewertung nicht mehr ins Gewicht gefallen, weil ich selbst mit geringerer Erwartungshaltung diese Geschichte einfach fade gefunden hätte und fand. Alles in allem zeigt mir das Buch, dass die Autorin keine Reihenschreiberin ist. Was ich persönlich ok finde, da ich lieber Stand-Alone lese und mich trotzdem auf ihre nächsten Bücher freue. Aber mit dieser Geschichte hier hat sie sich leider keinen Gefallen getan.