Fesselnd!

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joanna_i26 Avatar

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The Woman in Suite 11 hat mir insgesamt sehr gut gefallen, auch wenn der Einstieg für mich klar die schwächste Stelle des Buches war. Das Cover und die Gestaltung passen gut zum Genre, sie ist kühl, zurückhaltend und leicht bedrohlich. Es schreit nicht nach Aufmerksamkeit, aber signalisiert eindeutig Spannung und Mysterie, was man auch später bekommt.
Inhaltlich geht es wieder um eine investigative Geschichte mit journalisitschem Einschlag, Misstrauen und dem Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Die Handlung entfachtet sich eher ruhig, baut aber konstant Druck auf. Besonders gelungen fand ich, dass ich immer wieder weiterlesen musste, weil kleine Hinweise und Unstimmigkeiten geschickt platziert sind.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen, teilweise fast schon unauffällig, was hier positiv ist, weil er die Spannung trägt.
Am Anfang wirkt die Hauptfigur recht flach. Ihre Gedanken und Motive bleiben zunächst oberflächlich, wodurch es schwerfällt, direkt eine emotionale Bindung aufzubauen, was aber mit der Zeit besser wird.
Sehr witzig und persönlich war für mich der Moment, als mir erst beim Lesen aufgefallen ist, dass ich den ersten Teil "The Woman in Cabin 10" schon vor Wochen auf Netflix gesehen hatte. Dieses "Moment mal, das kenne ich doch"-Gefühl hat das Leseerlebnis tatsächlich noch bereichert.