Ich hatte im ersten Drittel etliche Verständnisprobleme, aber das lag nicht am Buch

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antjemue Avatar

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10 Jahre sind nach den für Laura „Lo“ Blacklock traumatischen Ereignissen auf der Luxusjackt „Aurora“ vergangen. Inzwischen ist sie verheiratet und hat zwei Kinder. Von ihrem Job als Reisejournalistin hatte sie sich zugunsten der Kinder eine Auszeit genommen. Daher ist sie regelrecht erstaunt, dass sie eine Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz erhält. Allerdings sieht sie es als Chance, ins Berufsleben zurückzukehren und nimmt sie an.

Auf dem Flughafen erlebt sie eine fast freudige Überraschung. Doch schon als sie im wirklich traumhaften Hotel am Genfer See sofort auf alte Bekannte trifft, wird es ihr etwas mulmig. Dennoch versucht sie das Beste daraus zu machen, hofft sie doch auf ein Interview mit dem sonst so Pressescheuen Hotelbesitzer. Als sie nachts dann in sein Hotelzimmer eingeladen wird, ist sie zwar skeptisch, doch ihre Neugier siegt.

Allerdings ist es nicht Marcus Leidman, der sie in Suite 11 empfängt, sondern eine Frau, die alles andere als unbekannt ist, von der sie jedoch hoffte, sie niemals wiedersehen zu müssen. Diese eröffnet ihr, Marcus Geliebte zu sein und, dass sie sich in Lebensgefahr befindet. Gleichzeitig fordert sie Los Hilfe ein und bringt auch damit Lo in große Gefahr…

Dieses Buch ist die Fortsetzung des 2017 in deutscher Übersetzung erschienenen Thrillers „THE WOMAN IN CABIN 10“. Dieses Buch war an mir komplett vorbeigegangen, da ich, als es erschien, eine ziemlich lange krankheitsbedingte Lesepause hatte. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich auf Netflix allerdings die Verfilmung geschaut und weil mir diese da sogar ganz gut gefiel, wollte ich dieses Buch, als ich es bei NetGalley entdeckte, sehr gern lesen. Ich freute mich natürlich ganz sehr, dass ich es kurz nach meiner Anfrage bestätigt bekam und auf meinen Kindle laden konnte.

Allerdings bekam ich gerade wegen des Films besonders im ersten Drittel, als die Ich-Erzählerin Lo Blacklock sich häufig an die Geschehnisse auf der Aurora erinnerte, einiges gar nicht zusammen, da im Film wohl handlungstechnisch nicht nur Szenen wegfielen – das hat man bei Buchverfilmungen ja eigentlich immer – sondern einiges so verändert wurde, dass es nicht zu dieser Fortsetzung hier passt. Denn obwohl ich den Vorgänger (noch – ich habe ihn mir inzwischen nämlich gekauft) nicht kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass der Autorin hier solch gravierende Fehler unterlaufen sind.

Mir persönlich gelang es leider erst nach dem ersten Drittel, die Erinnerungen an den Film beiseite zu schieben und mich gänzlich auf die Geschichte im Buch zu konzentrieren. Ich kann daher jedem, der dieses Buch hier lesen möchte und den Vorgänger nicht kennt, nur raten, den Film nicht kurz vor dem Lesen anzuschauen oder diesen gleich wegzulassen. Selbst ohne Kenntnis des ersten Buches wäre mir persönlich der Einstieg wahrscheinlich deutlich leichter gefallen, wenn ich den Film nicht gesehen hätte.

Dennoch gefiel mir der flüssige Schreibstil der Autorin richtig gut und als ich mich dann endlich richtig auf die Story konzentrieren konnte, verspürte ich auch eine permanente Spannung, die mich auch bis zum Ende der Geschichte begleitete. Es gab einige überraschende Wendungen, die ich so nicht vorhergesehen hatte. Das Ende erahnte ich zwar schon, bevor die Autorin es offenbarte, aber da es ein bisschen das war, was ich mir auch gewünscht hatte, empfand ich das nicht wirklich als schlimm. Ich möchte neben dem Vorgänger dieses Buches gern noch mehr von der Autorin lesen und habe mir, außer diesem, jetzt auch noch ein voriges Jahr erschienenes Ebook-Bundle mit drei Thrillern aus ihrer Feder gekauft.