Schwach

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irislobivia Avatar

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Da ich ein Fan von Ruth Ware bin und natürlich auch „Woman in Cabin 10“ gelesen habe, war für mich klar, dass ich „Woman in Suite 11“ unbedingt auch lesen muss. Doch, was soll ich sagen: Der Roman um eine zehn Jahre ältere Lo Blacklock, die inzwischen zwei Kinder hat und versucht, wieder in ihrem alten Job Fuß zu fassen, ist nicht mehr als ein müder Abklatsch der unglaublich spannenden Story um das Verschwinden einer Frau auf einem Schiff in der norwegischen See. Zunächst beginnt auch das neue Buch vielversprechend, atmosphärisch baut Ruth Ware die Stimmung auf, es fällt leicht, Lo Blacklock auf dem Weg in die Schweiz zu begleiten - in ein neues Schweizer Luxushotel der obersten Klasse. Doch spätestens, als sie die Frau in Suite 11 trifft, die unbedingt mit ihr sprechen will, wird es seltsam, wenig authentisch, unglaubwürdig. Die einst taffe Journalistin lässt sich einwickeln und hilft der Frau, die sie von früher kennt, das Land zu verlassen (sorry, will nicht spoilern). Und ab da wird es immer merkwürdiger, geradezu enttäuschend setzt sich die Story fort. Ich nehme Ruth Ware den folgenden Handlungsverlauf nicht ab, die Figuren handeln unglaubwürdig. Wer am Ende der Mörder ist, steht für mich schon sehr zeitig fest - und die letzten 20 Prozent des Buches wirken am Ende zusammengeschustert, als wäre die Deadline schon überschritten worden. Ich liebe die Bücher von Ruth Ware und habe wirklich alles von ihr gelesen, was es aktuell auf dem Markt gibt. Aber mit dieser Fortsetzung um Lo Blacklock hat sich die Autorin keinen Gefallen getan. Ähnlich wie bei „Zero Days“, auch das war mir zu konstruiert und gefiel mir nicht wirklich. „Woman in Suite 11“ ist für mich ein Tiefpunkt im schriftstellerischen Wirken der Autorin. Ja, mit Sicherheit ist es riskant, der Figur eine Folgegeschichte zu geben, aber schon der Titel weist mehr oder weniger darauf hin, dass es nur ein müder Abklatsch sein kann. Schade.