Stetig wachsende Gefahr!
Das Cover wirkt elegant und kühl, fast wie eine Postkarte aus dem Luxus – und genau dieser schöne Schein trügt. Ruth Wares Schreibstil ist ruhig, atmosphärisch und zieht einen langsam, aber unaufhaltsam in die Geschichte. Statt schneller Schockmomente baut sie Spannung über Misstrauen, Andeutungen und das ständige Gefühl auf, dass etwas nicht stimmt. Lo Blacklock ist erneut eine verletzliche, glaubwürdige Erzählerin, deren Unsicherheit die Bedrohung noch greifbarer macht. Besonders stark ist das Setting: das abgeschiedene Hotel, der See, die nächtlichen Gänge – alles wirkt gleichzeitig traumhaft und unheimlich. Die Handlung entfaltet sich wie ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem man nie sicher ist, wem man trauen kann. „The Woman in Suite 11“ ist kein reiner Action-Thriller, sondern ein spannungsgeladener, stilvoll erzählter Suspense-Roman, der von Atmosphäre, Geheimnissen und leiser, stetig wachsender Gefahr lebt.