Suite 11: Geheimnisse hinter eleganten Fassaden

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"The Woman in Suite 11" entführt in ein luxuriöses Hotel in der Schweiz und setzt auf eine elegante, leicht beklemmende Atmosphäre, wie man sie von Ruth Ware kennt. Im Mittelpunkt steht erneut Lo Blacklock, die versucht, beruflich und persönlich einen Neuanfang zu wagen. Doch aus einer scheinbar harmlosen Recherche entwickelt sich schnell eine Geschichte voller Misstrauen, Andeutungen und unterschwelliger Bedrohung.

Die Stärke des Romans liegt klar in seiner Stimmung. Die abgeschiedene Kulisse, der Kontrast zwischen äußerem Luxus und innerer Unsicherheit sowie die psychologische Perspektive der Hauptfigur erzeugen eine leise, konstante Spannung. Lo wirkt verletzlich und menschlich, was sie weiterhin zu einer glaubwürdigen Erzählerin macht – auch wenn man ihr Zögern und Grübeln nicht immer geduldig folgt.

Allerdings bleibt die Handlung insgesamt eher zurückhaltend. Der Spannungsbogen baut sich langsam auf und setzt mehr auf Atmosphäre als auf überraschende Wendungen. Einige Entwicklungen sind absehbar, und der große Wow-Moment bleibt aus. Gerade Leserinnen und Leser, die einen temporeichen Thriller erwarten, könnten das als zu ruhig empfinden.

Trotzdem ist "The Woman in Suite 11" ein solides, gut geschriebenes Buch, das Fans von psychologischen Thrillern mit Fokus auf Figuren und Stimmung zufriedenstellen dürfte. Kein Highlight im Werk der Autorin, aber eine ordentliche, angenehm zu lesende Geschichte für zwischendurch.