Wo Thriller auf dem Cover steht, steckt leider nicht immer einer drin

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minjo Avatar

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Laura Blacklock aus New York wird zur Eröffnung eines Luxuxhotels am Genfer See eingeladen. Zunächst zögerlich nimmt sie die Einladung an, in der Hoffnung, nach ihrer Familienpause wieder in ihrem Job als Reisejournalistin Fuss fassen zu können.`Am Gala-Abend im Grandhotel stellt sie fest, dass nicht nur drei alte Bekannte, die mit ihr vor zehn Jahren auf dem Schiff Aurora waren, anwesend sind - sonder auch die Frau, die sie seit damals bis in ihre Albträume verfolgt und die seitdem auf der Flucht ist: Carrie, die Frau aus Suite 11 und seit Jahren geheimgehaltene Geliebte des Millionärs Marcus Leidmann, dem Eigentümer des Grandhotels. Carrie bringt sie dazu, mithilfe von Laura's britischen Passes nach England zu kommen, da sie ihr glaubhaft versichert, seit Jahren unter Leidmann zu leiden, der von ihrer Vergangenheit weiß und es als Druckmittel gegen sie verwendet. In dem Hotel in England kommt es zu einem Todesfall, ausgerechnet Marcus Leidmann stirbt in der Hotelwanne und verdächtigt wird Laura, denn Carrie hat ja niemand dort gesehen, da sie sich in Laura's Zimmer versteckt. Wie kann Laura beweisen, dass sie nichts mit dem Mord zu tun hat?

Zum Buch:
Dies ist der Nachfolgeroman von Ruth Ware's "The Woman in Cabin 10", der auf einem Schiff in den norwegischen Fjorden spielte. Sollte man den Vorgänger gelesen haben? Ja, in diesem Fall wäre das auf jeden Fall hilfreich! Ich kenne die Vorgeschichte nicht und war zunehmend irritiert, weil die Autorin ständig Bezug auf damalige Geschehnisse nimmt, allerdings immer nur andeutungsweise, so dass ich mir bis zum Schluss auf vieles keinen Reim machen konnte.
Da es sich lt. Cover um einen Thriller handelt, habe ich natürlich eine spannende
Handlung erwartet, musste jedoch bald feststellen, dass von Spannung durchweg bis zum Ende nichts zu spüren war. Die Handlung dümpelte zäh vor sich hin, selbst an sich spannende Szenen wie die Reise aus der Schweiz nach England war relativ nüchtern und spannungsarm beschrieben. So viel mehr hätte man aus Passagen wie diesen herausholen können bzw. müssen.
Mit vielen Charakteren hat man es in diesem Roman nicht zu tun, doch diese sind leider recht oberflächlich ausgearbeitet, es fehlt den meisten dadurch an Tiefe und Glaubwürdigkeit, allen voran der Hauptperson Laura.

Persönliche Meinung:
Wie man meiner o.a. Buchbeschreibung wahrscheinlich schon entnehmen kann, hat mich dieses Buch eher enttäuscht als gut unterhalten.
Zum einen ist es die Hauptperson Laura, die mir zu Beginn noch sehr sympathisch war, deren weiteres geradezu naives Verhalten im Verlauf der Geschichte für mich immer weniger nachvollziehbar war, so dass sie mich zum Ende hin nur noch nervte.
Die Handlung selbst hatte auch einige Schwachpunkte, die nicht gut ausgearbeitet und einfach zu sehr konstruiert war, um noch als glaubhaft durchzugehen. Dazu noch das törichte Verhalten von Laura, die nach ihren traumatischen Erfahrungen mit tlw. ihr bereits bekannten Personen noch immer gutgläubig von einer in die nächste Misere stolpert...
Letztlich hätte ich vielleicht über einiges hinwegsehen können, wenn nicht das wichtigste bei einem "Thriller" gefehlt hätte: Spannung! So ist leider nur ein spannungsarmer Krimi daraus geworden, keinesfalls aber ein Thriller. Schade!

Fazit:
Nette Geschichte für zwischendurch. Wer allerdings einen spannungs- und wendungsreichen Thriller erwartet, wird mit diesem Buch wahrscheinlich nicht ganz zufriedengestellt.