Zuviele Ähnlichkeiten mit dem Vorgänger

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Die Reisejournalistin Laura Blacklock möchte nach der Babypause wieder zurück in den Beruf. Nicht nur der Ehrgeiz treibt sie, sondern auch das zur Neige gehenden finanzielle Polster, das sie durch ihr einziges Buch „Dunkle Wasser“ erwirtschaften konnte. Ein kleiner Ausgleich für den Schrecken, den sie auf dem Kreuzfahrtschiff Aurora in den norwegischen Fjorden erlebt hat und dass sie in diesem Buch zu verarbeiten versuchte. Bevor sich Laura jedoch in den Bewerbungsmarathon stürzen kann, um ihre Erfahrungen als Freelancerin anzubieten, flattert ihr eine Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in den Schweizer Alpen ins Haus. Der exzentrische und sehr zurückgezogen lebende Großindustrielle Marcus Leidmann bittet sie persönlich zur Eröffnung zu kommen um darüber zu berichten. Ein Interview mit Leidmann würde für sie auch eine super Empfehlung für ihre Karriere bedeuten. Nach leichtem Zögern, ob sie ihren Mann und ihre zwei kleinen Jungs alleine lassen kann, willigt sie doch ein, denn die Aussicht nach dem Event ihre Mutter in England zu besuchen erscheint ihr mit einmal sehr verlockend. Ein mulmiges Bauchgefühl hat sie dennoch und das verstärkt sich noch als sie in der Schweiz ankommt und feststellt das ein Teil der Gäste ebenfalls auf der Aurora waren und die Privataudienz nicht wie verabredet mit Leidmann stattfindet…

Ich habe es leider verpasst „The Woman in Cabin 10“ zu lesen, da dieses Buch jedoch in aller Munde war, dachte ich, ich muss unbedingt bei diesem Buch reinlesen. Erkennbar (bis auf den leicht ähnlichen Titel“) war für mich eine Fortsetzung nicht. Ich war also überrascht, dass diese Geschichte sehr viel Bezug auf die Ereignisse des Kreuzfahrtschiffes nimmt. Wenn man sich einen so engen Erzählrahmen steckt, ist die Gefahr groß, dass sich Geschichten ähneln. Dies sah ich im Nachhinein bestätigt als ich mir zufällig die Verfilmung von „The Woman in Cabin 10“ ansah.
Die Erzählweise von Ruth Ware gefiel mir durchaus, eine Protagonistin die sympathisch ist, deren Naivität jedoch manchmal grenzenlos scheint, ein flüssiger Schreibstil und Anekdoten aus dem Familienleben die amüsant und für viele nachvollziehbar sind. Was mir gänzlich gefehlt hat sind die Crimeelemente. Für einen Thriller ist hier so gut wie gar keine Spannung vorhanden. Einzig spannend für mich war die Unwissenheit bezüglich der Ereignisse im Vorgängerbuch. Unterhalten hat mich Ruth Ware dennoch, auch wenn ich das Genre weder einem Krimi und schon gar nicht einem Thriller zuschreiben würde.