Christlich-konservative Agenda
Manchmal gibt es Bücher, bei denen ich mich schon nach wenigen Kapiteln frage, ob ich wirklich dasselbe Buch lese, das mir der Klappentext versprochen hat. „Theo in Golden“ gehört für mich leider dazu.
Die Grundidee fand ich zunächst durchaus interessant: Ein geheimnisvoller Fremder taucht in einer Kleinstadt auf, kauft Porträts ihrer Bewohner:innen und gibt sie den jeweiligen Menschen zurück. Nach und nach sollen sich dadurch Geschichten, Verbindungen und Geheimnisse entfalten. Was nach einem Roman über Gemeinschaft, Freundlichkeit und menschliche Begegnungen klingt, wurde für mich allerdings zunehmend zu einer problematischen Lektüre.
Was mich am meisten gestört hat, ist das Frauenbild des Romans. Frauen scheinen hier vor allem in sehr begrenzten Rollen vorzukommen: als gute, aufopferungsvolle Mütter, als schlechte Mütter, die für das Unglück ihrer Familien verantwortlich gemacht werden, oder als Frauen, die sich statt Karriere letztlich vor allem nach einer eigenen Familie sehnen. Diese Darstellung empfand ich als unfassbar konservativ und frustrierend. Die heteronormative Familie ist das Maß aller Dinge in diesem Roman.
Auch die Haltung gegenüber modernen Medien und gesellschaftlichen Entwicklungen wirkte auf mich oft eher wie eine moralische Belehrung als wie eine differenzierte Auseinandersetzung. Zusammen mit stark stark religiös geprägten Ausrichtung der Erzählung und der für meinen Geschmack trutschigen Erzählweise, die wohl poetisch wirken soll, entstand bei mir zunehmend der Eindruck einer christlich-konservativen Agenda, die verfolgt und mir beim Lesen untergejubelt werden soll.
Die Grundidee fand ich zunächst durchaus interessant: Ein geheimnisvoller Fremder taucht in einer Kleinstadt auf, kauft Porträts ihrer Bewohner:innen und gibt sie den jeweiligen Menschen zurück. Nach und nach sollen sich dadurch Geschichten, Verbindungen und Geheimnisse entfalten. Was nach einem Roman über Gemeinschaft, Freundlichkeit und menschliche Begegnungen klingt, wurde für mich allerdings zunehmend zu einer problematischen Lektüre.
Was mich am meisten gestört hat, ist das Frauenbild des Romans. Frauen scheinen hier vor allem in sehr begrenzten Rollen vorzukommen: als gute, aufopferungsvolle Mütter, als schlechte Mütter, die für das Unglück ihrer Familien verantwortlich gemacht werden, oder als Frauen, die sich statt Karriere letztlich vor allem nach einer eigenen Familie sehnen. Diese Darstellung empfand ich als unfassbar konservativ und frustrierend. Die heteronormative Familie ist das Maß aller Dinge in diesem Roman.
Auch die Haltung gegenüber modernen Medien und gesellschaftlichen Entwicklungen wirkte auf mich oft eher wie eine moralische Belehrung als wie eine differenzierte Auseinandersetzung. Zusammen mit stark stark religiös geprägten Ausrichtung der Erzählung und der für meinen Geschmack trutschigen Erzählweise, die wohl poetisch wirken soll, entstand bei mir zunehmend der Eindruck einer christlich-konservativen Agenda, die verfolgt und mir beim Lesen untergejubelt werden soll.