Ein bisschen Hoffnung

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pajo47 Avatar

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Theo, einfach Theo, ohne Nachnamen, so stellt sich der alte Mann vor, der eines Tages in die kleine Stadt Golden in Georgia kommt. Er entdeckt in einem Café zahlreiche gezeichnete Porträts von Menschen aus der Stadt. Die Bilder gefallen ihm so gut, dass er sie kurzerhand kauft und den jeweiligen Portraitierten schenkt. Damit beginnt eine ganze Reihe von Begegnungen und Geschichten.

Theo lernt die unterschiedlichsten Menschen kennen: den Künstler der Portraits, einen Buchhändler, einen Anwalt und seine Sekretärin, einen begnadeten Cellospieler, eine nicht sesshafte Frau, den Hausmeister der Musikschule und dessen Tochter, die Besitzer des Cafés und viele andere. Nach und nach wird er Teil dieser kleinen Gemeinschaft und sogar zur Thanksgiving-Feier eingeladen.

Was Theo dabei auszeichnet, ist seine unbedingte Herzlichkeit und seine Zuneigung zu den Menschen. Er begegnet jedem mit Offenheit und Wärme, ohne etwas dafür zu verlangen. Über sich selbst erzählt er dagegen nur das Allernotwendigste. So bleibt er geheimnisvoll, und als Leser wartet man die ganze Zeit darauf, mehr über diesen ungewöhnlichen alten Mann zu erfahren.

Spannend im klassischen Sinne ist das Buch nicht. Die Spannung entsteht vielmehr aus der Frage, wer Theo eigentlich ist und was ihn nach Golden geführt hat. Dafür ist es ein ausgesprochen angenehmes und warmherziges Buch. Eines, bei dem man sich immer wieder losreißen muss, wenn man feststellt, dass es längst wieder viel später geworden ist als geplant.

Vielleicht ist manches, was Allen Levi hier erzählt, ein wenig zu unwirklich, zu märchenhaft und zu schön, um wahr zu sein. Aber gerade das hat mir gefallen. In einer Zeit, in der man manchmal den Glauben an das Gute im Menschen verlieren könnte, gibt dieses Buch etwas davon zurück.

Und vielleicht darf man ja einfach mal hoffen, dass es solche Menschen wie Theo tatsächlich gibt.