Ein bisschen zu viel
Ich war sehr interessiert, weil das Buch offensichtlich in den USA ein Hit ist und insbesondere, weil es bei der New York Times auf Rang 1 steht. Die ersten Seiten sind sehr schön zu lesen, wohlig, unterhaltsam. Theo, europäischer Herkunft, geheimnisumwittert, trifft in einer amerikanischen Kleinstadt ein und freundet sich gleich mal mit einer Menge Leute an, die für sein weiteres Vorhaben nützlich sind. Im Cafe , das so beschrieben ist, dass jeder Leser gleich dort Kaffee trinken gehen möchte, finden sich viele Zeichnungen eines Künstlers, der vielleicht noch mehr erreichen sollte. Theo kauft alle Porträts nacheinander und die Geschichte nimmt leider keine Fahrt auf. Die Schenkung der Bilder an die Porträtierten erfolgt nach und nach. Die deutliche Zurückhaltung Theos zu seiner Motivation bleibt jeweils widersuchslos. Vielmehr erzählen ihm die Menschen so viel über sich selbst, detailliert, emotional, dass mir das bereits nach dem vierten Bild zu viel wurde. Sehr süß, fast ein bisschen wie zu viel Zuckerwatte auf einmal. So hatte ich mehrfach den Eindruck, die Motivation und die eigene Geschichte Theos sollte möglichst lange herausgezogen werden, was dem Autor natürlich gelungen ist. Während ich immer unbeteiligter weiterlas, bemerkte ich einen Widerwillen, das Buch überhaupt noch zu Ende zu lesen. Insgesamt möchte ich sagen, dass das Buch in die Kategorie "cozy" passt, leider nicht mein bevorzugtes Genre.