Ein Hype, den ich leider nicht nachvollziehen kann

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unter.buechern.begraben Avatar

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Der Klappentext von Theo in Golden hat mich wirklich neugierig gemacht und auch die Leseprobe mochte ich noch gern. Der Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, sodass ich anfangs sehr positiv an das Buch herangegangen bin.

Leider hat sich der Roman für mich im weiteren Verlauf als dermaßen konservativ und altbacken entpuppt, sodass ich zwischendurch am liebsten abgebrochen hätte. Besonders das dargestellte Frauenbild hat mich gestört: Karriere darf offenbar nicht vor die Familie gestellt werden und gute Mütter sind vor allem diejenigen, die sich selbst vollkommen aufgeben und alles für ihre Familie tun. Das war für mich einfach nicht mehr zeitgemäß und hat mir das Lesen teilweise sehr schwer gemacht.

Auch bei anderen Themen war mir die Botschaft zu schwarz-weiß. (Soziale) Medien sind praktisch das Werk des Teufels, während Theo zunehmend wie eine Art Heiliger dargestellt wird, der eine ganze Stadt rettet und das Gute im Menschen wieder zum Vorschein bringt. Diese Entwicklung war mir schlicht zu viel. Vieles wirkte auf mich kitschig, pathetisch und stellenweise übertrieben.

Grundsätzlich verstehe ich, warum das Buch gerade in der heutigen Zeit viele Menschen anspricht. Hoffnung, Güte, Nächstenliebe und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit können sicherlich guttun. Für mich wurde diese Botschaft allerdings so stark in den Vordergrund gestellt, dass sie irgendwann eher erdrückend als berührend wirkte. Insgesamt kann ich den Hype um Theo in Golden daher leider nicht ganz nachvollziehen.