Ein Ort voller Geschichten

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msdanilini Avatar

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In der Broschur steht: „Der Roman erzählt vom Sehen und Gesehenwerden.“ Und genau das ist für mich der Kern dieser Geschichte. Die Bewohner erzählen Theo ihre Lebensgeschichten, während er ihnen einfach zuhört. Ohne zu urteilen, ohne etwas erzwingen zu wollen. Dabei kommen nach und nach Geschichten ans Licht, die mich teilweise sehr berührt haben. Man lernt die Menschen hinter ihren Fassaden kennen, versteht ihre Sorgen und Sehnsüchte und erlebt, wie aus Begegnungen langsam echte Freundschaften entstehen.

Gerade diese leisen Momente haben mir besonders gut gefallen. Es ist eine Geschichte, die daran erinnert, wie viel es bedeuten kann, wenn jemand wirklich hinsieht und sich die Zeit nimmt zuzuhören. Und vielleicht auch daran, dass wir im Alltag viel zu oft an Menschen vorbeigehen, ohne zu wissen, was sie gerade mit sich herumtragen.

Allerdings hatte das Buch für mich auch einige Längen. Außerdem war mir der christliche Aspekt stellenweise etwas zu präsent. Theo selbst wirkt zudem beinahe zu gut, um wahr zu sein. Verständnisvoll, hilfsbereit und mit einem geradezu heldenhaften Charakter. Dadurch war er für mich nicht immer ganz glaubwürdig.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte war Theo in Golden für mich ein sehr einfühlsamer und ruhiger Roman. Eine Geschichte, die nach der Lektüre ein warmes Gefühl hinterlässt und einen vielleicht dazu bringt, bei den Menschen in unserem Alltag beim nächsten Mal etwas genauer hinzusehen.