Ein warmherziger Roman über Menschlichkeit und die Kraft kleiner Gesten

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rekash93 Avatar

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„Theo in Golden“ ist ein ungewöhnlicher, warmherziger Roman, der von den Begegnungen zwischen Menschen und davon erzählt, wie vermeintlich kleine Gesten große Veränderungen bewirken können. Im Mittelpunkt steht der geheimnisvolle Theo, der eines Tages in der amerikanischen Kleinstadt Golden auftaucht. Viel erfährt man zunächst nicht über ihn – dafür beginnt er, sich für die Menschen des Ortes und ihre Geschichten zu interessieren.

Eine besonders schöne Idee sind die 92 Bleistiftporträts, die in einem örtlichen Café hängen. Theo kauft nach und nach einzelne Zeichnungen und gibt sie den porträtierten Menschen beziehungsweise ihren Angehörigen zurück. Dadurch entstehen Begegnungen und Gespräche, und hinter jedem Bild kommt eine ganz persönliche Geschichte zum Vorschein. Gerade diese einzelnen Schicksale machen für mich den besonderen Reiz des Romans aus.

Allen Levi erzählt ruhig und einfühlsam. Es geht um Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Verlust, Erinnerung und darum, welchen Einfluss Menschen aufeinander haben können, oftmals ohne sich dessen überhaupt bewusst zu sein. Gleichzeitig bleibt lange die Frage offen, wer Theo eigentlich ist und was ihn nach Golden geführt hat.

Gelegentlich war mir die Geschichte allerdings etwas zu gefühlvoll und harmonisch. Manche Begegnungen wirken beinahe idealisiert, und an einigen Stellen hätte ich mir etwas mehr Reibung und weniger Sentimentalität gewünscht. Wer sehr actionreiche oder spannungsgeladene Romane bevorzugt, dürfte mit dem eher gemächlichen Erzähltempo ebenfalls nicht ganz glücklich werden.

Dennoch ist „Theo in Golden“ ein sehr schönes und positives Buch, das noch eine Weile nachwirkt und daran erinnert, welche Bedeutung Freundlichkeit und Aufmerksamkeit im Leben anderer Menschen haben können.