Eine warmherzige, tiefgründige Geschichte
Ich hatte „Theo in Golden“ schon eine ganze Weile auf meiner Leseliste. Man kommt an diesem Buch derzeit kaum vorbei, vor allem wenn man sich für besondere Romane interessiert. Dass es zeitweise ganz oben auf der New-York-Times-Bestsellerliste stand, hat mein Interesse und meine Neugier noch mehr geweckt! :) Nach dem Lesen kann ich nun sagen: Dieses Buch ist besonders! Es ist keine Geschichte mit großen Wendungen, sondern eher wie ein ruhiger Strom. Im Mittelpunkt steht Theo, ein älterer, geheimnisvoller Mann, der eines Tages in der kleinen Stadt Golden auftaucht. Dort stößt er in einem Café auf zahlreiche Bleistiftporträts von Menschen aus dem Ort. Theo beginnt, diese Bilder zu kaufen und ihren eigentlichen Besitzerinnen und Besitzern zurückzugeben. Aus diesen Begegnungen entstehen Gespräche, Freundschaften und kleine Veränderungen, die für die Beteiligten viel größer werden, als sie zunächst scheinen. Theo selbst war für mich eindeutig die schönste Figur im Buch. Er ist unglaublich sympathisch, liebenswert und ich mochte besonders seine Art anderen Menschen zuzuhören. Und genau darin liegt für mich eine der schönsten Botschaften des Buches: Wie viel wir bewirken können, wenn wir anderen wirklich aufmerksam zuhören, ihnen Wertschätzung schenken und ihnen mit echter Freundlichkeit begegnen. Leider muss ich auch sagen, dass ich bei der Vielzahl an Charakteren fast den Überblick verloren habe. Manchmal konnte ich sie erst später wieder zuordnen. Allen Levis Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist bildhaft und stellenweise fast poetisch. Insgesamt war es für mich ein warmherziger Roman, der zum Nachdenken anregt und ein schönes Gefühl hinterlässt.