Etwas zu golden

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anne-schlemmer Avatar

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Theo in Golden - eine warmherzige Geschichte über Zusammenhalt, Freundschaft, Neuanfänge und Menschen, die füreinander da sind.

Theo kommt in eine Gemeinschaft, in der Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit eine große Rolle spielen. Dem
Anderen eine Chance geben, füreinander einstehen und gemeinsam schwierige Situationen meistern - all das findet der Leser hier.

Eigentlich eine schöne Botschaft – mir persönlich war das Ganze jedoch ein bisschen zu viel des Guten.

Die Geschichte war mir stellenweise zu gutmütig, zu harmonisch, zu sehr von der Vorstellung geprägt, dass am Ende irgendwie schon alles gut wird.

Fast alle haben Verständnis füreinander, Konflikte lösen sich und selbst schwierige Situationen bekommen schnell etwas Versöhnliches. Dadurch fehlte mir ein bisschen die Realität.

Auch dieses sehr „amerikanische“ Gefühl, das für mich an einigen Stellen durchkam – dieses Wir halten alle zusammen und gemeinsam schaffen wir alles – war nicht ganz meins.

Ich hätte mir deutlich mehr Ecken und Kanten gewünscht. Mehr Reibung zwischen den Figuren, Missverständnisse, unterschiedliche Meinungen und vielleicht auch mal Situationen, in denen eben nicht sofort alles wieder gut ist. Denn genau solche Unstimmigkeiten gehören für mich zum echten Leben und machen Figuren und Geschichten oft erst richtig glaubwürdig.

Trotzdem ist Theo in Golden eine schöne, positive und liebevolle Geschichte. Wer Geschichten mag, die Hoffnung geben, viel Herzlichkeit versprühen und bei denen man mit einem guten Gefühl aus der Handlung herausgeht, wird sich hier vermutlich wohlfühlen.

Für mich persönlich war es allerdings ein bisschen zu viel heile Welt und ein bisschen zu wenig echtes Leben.