Gut gemeint...

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pinoca Avatar

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Ich bin über Werbung auf dieses Buch gestoßen und war sehr neugierig, gleichzeitig aber auch skeptisch ob der Vorschusslorbeeren.

Theo in Golden soll ein Roman sein, der das Leben eines Fremden, der nach Golden kommt, begleitet. Theo findet in einem Café Portraits und nimmt sich vor, die Portraits ihren Besitzern auszuhändigen. Dabei achtet er sehr darauf nicht zu viel über ich selbst zu verraten. Theo selbst bleibt sehr lang ein Rätsel und die Hinweise sind spärlich gesät. Er ist aber ein aufmerksamer Zuhörer und schenkt den Portraitierten nicht nur ihr Bild, sondern auch Zeit, Aufmerksamkeit und Hoffnung.

Der Roman erzählt in einer nahezu allwissenden Erzählperspektive, spart Theo aber selbst aus, was Informationen betrifft. Beim Lesen wechselt ständig – in jedem 2. – 3. Kapitel - die Perspektive und Innensicht, was zwar zusätzliche Hinweise gibt, dem Gesamtbild aber eher abträglich als zuträglich ist.
Der Roman wird fast ein wenig als Episodenroman erzählt, verwebt sich aber zum Ende hin stärker und es werden Zusammenhänge sichtbar, einige davon deutlich konstruiert.
Die Hauptfigur ist sehr weltgewandt, höflich, gut situiert. Das ist anfangs angenehm, wirft aber beim Lesen mehr und mehr fragen auf, vor allem, weil auch ein sehr konservatives Lebensbild sehr klar vermittelt wird.

In meinen Augen ist das Buch gut gewollt, aber die Umsetzung hat Spielraum. Anfangs habe ich mich beim Lesen wirklich wohlgefühlt, hatte ein Lächeln im Gesicht und bin Theo gern gefolgt, durch verschiedene Sichten gesprungen und habe mit ihm zusammen einfach Gutes getan. Bei der Konkretisierung des Weltbildes bin ich persönlich jedoch nicht mehr lange mitgegangen.
Frauen werden durchgängig als Hausfrauen dargestellt, die sich voll und ganz um die Familie kümmern und sie wollen das auch ausnahmslos in diesem Werk. Der Helfer ist ein reicher Mann, der dann letztendlich doch irgendwie sehr egoistisch handelt. Kann man nur helfen und gütig sein, wenn man reich ist? Und jeder Beschenkte wird zum Heiligen. Hier bin ich doch so steoreotyp unterwegs, dass ich mich lange Zeit durch das Buch durchkämpfen musste, was ich ob der Versprechen auf dem Klappentext doch sehr schade finde.