Langatmig, zäh, schwülstig

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kolibri_reads Avatar

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Bei Worum geht’s?
Ich muss vorab sagen, ich bin kein großer Fan von der sogenannten „Healing Fiction“-Literatur, zumindest nicht von der westlichen. Es hätte ja aber auch sein können, dass ich dennoch zu diesem Weltbestseller Zugang finde. Dies war überhaupt nicht der Fall, denn mir ist schleierhaft, wie ein Roman so gekünstelt daherkommen kann.
Eines Tages kommt ein älterer, wohlhabender Mann namens Theo in die amerikanische Kleinstadt Golden. Über seine Vergangenheit verrät er zunächst nur wenig. Er ist höflich, aufmerksam und interessiert sich aufrichtig für die Menschen, denen er begegnet.
In einem örtlichen Café entdeckt er Bleistiftporträts, die ein Künstler von Bewohnern der Stadt angefertigt hat. Theo beginnt, die Zeichnungen zu kaufen und den dargestellten Personen zu schenken. Als Gegenleistung erwartet er weder Geld noch Gefälligkeiten. Er möchte lediglich ihre Geschichten hören.
So begegnet er Menschen mit unterschiedlichen Lebenswegen, Hoffnungen und Verletzungen. Aus den zunächst unscheinbaren Begegnungen entstehen neue Freundschaften, unerwartete Einsichten und Veränderungen, die weit über die einzelnen Personen hinausreichen. Während Theo das Leben der Bewohner bereichert, bleibt seine eigene Geschichte lange ein Geheimnis.

Bei etwas dickeren Romanen kann es sein, dass sich die Figuren und die Handlung erst nach einer ganzen Weile entfalten. Bei Theo in Golden kommt dieser Moment bei mir allerdings einfach nicht.
Auf mich wirken alle Figuren, alle Situationen und Unterhaltungen so künstlich, so stilisiert, dass ich überhaupt keinen Zugang gefunden habe.
Ich quäle mich gerade wirklich durch Theo in Golden und kann den Hype beim besten Willen nicht verstehen. Das Buch ist langatmig, schwülstig, künstlich, die Gespräche dermaßen irrelevant. Das kann auch der Plottwist nicht mehr ausgleichen, nachdem sich herausgestellt hat, wer Theo eigentlich ist. Schade um das viele Geld!