Leider zu plakativ

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schattensprengerin Avatar

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Hier kommt Theo, einen christlich angehauchter und wohltätiger Best Ager, der in die Stadt Golden kommt, um Gutes zu tun.
Er kauft Bilder, die in einem Café ausgestellt sind, um sie den Porträtierten zu schenken. Dabei entwickeln sich Gespräche und Beziehungen und Theo ist gut, so gut, so unglaublich gut. Er hört zu, er gibt Tipps, er ist fit für sein Alter, er sieht gepflegt aus, ist gebildet, er riecht gut, die Menschen vergöttern ihn.

Einmal rastet er aus und man denkt: endlich ist er mal menschlich, aber dann geht es munter weiter mit der Selbstbeweihräucherung im ewig gleich wabernden Sumpf des Gutmenschenmodus. Die Schicksale der Menschen sind um Theo herum konstruiert wie die zwölf Apostel beim letzten Abendmahl um Jesus Christus, wobei die Schicksale lediglich nur angerissen werden statt in die Tiefe zu gehen.
Das Lesen dieses Romans war wie 3 Spaghettieis, 10 Twix und 2 Stück American Cheesecake ohne Bingeerlebnis, dafür mit latenter Übelkeit von all dem Süßholzgeraspel.

Ich will die Geschichte nicht nur zerreissen. Sie hat zig tausende Amerikaner begeistert und wird auch hierzulande ihre Leserschaft finden. Vorallem Leser und Leserinnen, die das Café am Rande der Welt gut fanden, Nicholas Sparks mögen und sich nicht daran stören, was für ein flacher Charakter Theo ist können Gefallen an dem Buch finden.
Und auch die Botschaft ist klar. Theo (man denkt unweigerlich an Theologie) möchte die Menschen dazu bringen, Gutes zu tun, hinzusehen, sich umeinander zu kümmern. Got it, oder sollte ich besser sagen: Gott it. Und das fand ich tatsächlich schön, nur die Umsetzung gefiel mir für ein so hoch gelobtes Buch leider gar nicht.