Theos viel, kleine Begegnungen

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kitkat Avatar

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„Theo in Golden“ von Allen Levi ist für mich ein leiser und besonderer Roman, der vor allem von seiner warmherzigen Grundidee lebt. Theo kommt nach Golden und beginnt, die Porträts der Bewohner auf ungewöhnliche Weise an ihre Besitzer zurückzugeben. Dadurch entstehen viele Begegnungen, und nach und nach erfährt man mehr über die Menschen und ihre Geschichten. Das Buch zeigt somit auf seine Weise, dass Zuhören, Aufmerksamkeit und kleine Gesten einen großen Unterschied machen können.
Die vielen unterschiedlichen Lebensgeschichten fand ich interessant und teilweise sehr berührend. Gleichzeitig war mir der Roman zwischendurch etwas zu ruhig, und einige Begegnungen ähneln sich einander, sodass sich die Handlung stellenweise etwas zieht. Auch Theo selbst war mir manchmal fast zu perfekt und idealistisch – ein paar mehr Ecken und Kanten hätten ihn für mich glaubwürdiger und realistischer gemacht.
Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Es ist kein Roman für alle, die viel Spannung oder überraschende Wendungen suchen, sondern eher eine ruhige Geschichte zum Innehalten. Gerade die Gedanken über Menschlichkeit, Nächstenliebe, der Wert jedes einzelnen Menschen und den Umgang miteinander werden in der Geschichte verdeutlicht. Zusammenfassend somit ein warmherziger Roman mit einer schönen Botschaft, die zum Nachdenken anregt.
Ich habe mir noch ein Interview von Allen Levi zu dem Buch angehört. Hier äußerst sich Levi dazu, dass Theo für ihn eine Art „vorbildliche“ Figur („christliche“ Ideal) darstellt: ein Mensch, der seinen Alltag mit kleinen, unspektakulären Akten der Liebe, Großzügigkeit und Freundlichkeit füllt. Dabei beruft er sich auch auf den Schriftsteller Wendell Berry und dessen Gedanken, dass große gesellschaftliche Probleme nicht unbedingt durch große Lösungen, sondern durch viele kleine gute Handlungen verändert werden.