Warmherzig und voller kleiner Begegnungen

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Im englischsprachigen Raum habe ich schon sehr viel über das Buch gesehen und fast nur begeisterte Meinungen gelesen. Deshalb habe ich mich umso mehr auf die deutsche Übersetzung gefreut und war gespannt, ob mich die Geschichte genauso erreichen würde.

Theo kommt für ein Jahr nach Golden, ohne dass man anfangs genau weiß, warum. Dort entdeckt er in einem Café gezeichnete Porträts von Menschen aus der Stadt und beginnt, diese zu kaufen und den abgebildeten Personen zu schenken. Dadurch lernt er nach und nach ganz unterschiedliche Menschen und ihre Geschichten kennen. Genau diese vielen kleinen Begegnungen machen für mich einen großen Teil des Buches aus.

Theo mochte ich als Charakter sehr gerne. Er ist aufmerksam, interessiert sich für andere und hört ihnen zu, ohne dabei vollkommen perfekt zu wirken. Auch die anderen Figuren bekommen ihre eigenen Geschichten und Probleme, sodass sich nach und nach immer mehr Verbindungen ergeben. Ich mochte es, zu beobachten, wie aus vielen einzelnen Personen langsam eine Gemeinschaft entsteht.

Die Geschichte ist eher ruhig und lebt weniger von einer großen Handlung als von den Charakteren und ihren Beziehungen. Zwischendurch hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht und manche Passagen hätten für mich kürzer sein können. Gerade in der Mitte hat es sich stellenweise etwas gezogen. Gegen Ende wurde es dafür noch einmal emotionaler und teilweise bittersüß.

Insgesamt ist es ein warmherziges Buch über Gemeinschaft, Verlust und darüber, welchen Unterschied kleine Gesten im Leben anderer Menschen machen können. Den großen Hype kann ich nach dem Lesen auf jeden Fall besser verstehen, auch wenn es für mich nicht ganz für 5 Sterne gereicht hat.