Wer ist der Fremde

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maria-luise Avatar

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In seinem Debüt „Theo in Golden“ erzählt Allen Levi, die Geschichte eines Fremden, der nach Golden in Georgia kommt und nur mit dem Namen Theo angesprochen werden möchte. Nur wer ist der merkwürdige Fremde, der weit mehr Fragen stellt, als er beantwortet?

Theo stammt aus Protugal, hat in verschiedenen Ländern, immer in der Nähe von Flüssen gelebt und hier in Golden fühlt er sich bereits nach kurzer Zeit von der Atmosphäre seiner neuen Umgebung völlig wohl. Besonders das Café „Charlice“ hat es ihm angetan, hier gibt es nicht nur den besten Kaffee sondern 92 Bleistiftporträts die an den Wänden hängen – Porträts der Menschen von Golden, gezeichnet von einem lokalen Künstler. Es dauert auch nicht lange bis er den Künstler kennenlernt und tiefe Gespräche mit ihm führt. Eine Freundschaft mit dem Künstler und bald mit dessen gesamter Familie, kristalliersiert sich recht schnell heraus.

Immer wieder besucht Theo das Café „Charlice“ und verbringt Stunden vor den Porträts bis eines Tages in ihm der Gedanke reift, diese zu kaufen und den abgebildeten Personen als Geschenk zu überreichen. Mit jedem Austausch erfährt Theo die Geschichte der abgebildeten Person und schließt nicht nur Freundschaften sondern auch Argwohn, den er versucht zu entkräften. Mit Theos Mission wird Golden schnell zu einem Ort, an dem Menschen sich plötzlich wirklich gesehen fühlen.

Bei dem betagten Makler James Ponder kann Theo eine Wohnung mieten und schnell entsteht zwischen den beiden eine tiefe Freundschaft. James Ponder wird Vertrauter und Verwalter von Theos wichtigsten Unterlagen. Doch noch immer stellt sich die Frage: Wer ist Theo und was bezweckt er mit seiner ganzen Mission?

Ein Jahr lebte Theo in Golden …

Gespannt bin ich den Gedanken und Gefühlen Theos gefolgt aber das Ende hatte ich so nicht erwartet und war doch recht erstaunt über seine wahren Beweggründe nach Golden zu reisen.

Fazit:
Der Autor erzählt seine Geschichte flüssig und leicht lesbar in vielen kurzen Kapiteln. Die Charaktere sind alle sehr gut ausgearbeitet doch obwohl sie für kurze Zeit in den Mittelpunkt rücken, wirken sie oberflächlich. Gerne hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht. Grundsätzlich fand ich das Thema und die Idee der Geschichte richtig gut aber letztendlich ging es wohl bei dieser ganzen Mission eher um das Seelenheil von Theo?