Wohlfühlliteratur, aber recht seicht
Theo kommt nach Golden, eine kleine amerikanische Stadt, und bleibt von Anfang an ein Rätsel. In einem Café entdeckt er 92 Bleistiftporträts, die ein örtlicher Künstler von Menschen aus Golden angefertigt hat. Theo kauft eines der Porträts, sucht die darauf abgebildete Person auf und lädt sie zu einem Gespräch ein. Nach und nach wiederholt er dieses Vorgehen mit weiteren Porträts – und wird dabei zu einer Art stillem Wohltäter der Stadt.
Das Besondere an dem Roman ist zunächst seine Perspektivstruktur: Die Menschen, die Theo aufsucht, wissen selbst nicht, was sie von diesem geheimnisvollen Fremden halten sollen. Erst später erfahren auch wir, was aus ihren Begegnungen mit ihm geworden ist. Theo selbst bleibt lange undurchsichtig. Er erzählt wenig über seine Vergangenheit, ist aber auffallend aufmerksam, großzügig und höflich. Fast jeder, der ihm begegnet, schließt ihn ins Herz. Neben den Porträts hilft er den Menschen teilweise auch finanziell und auf andere Weise.
Allerdings plätschert die Handlung über weite Strecken vor sich hin. Theo lernt einen Menschen nach dem anderen kennen, übergibt ein Porträt und führt mit ihm ein mehr oder weniger tiefgründiges Gespräch. Dabei gibt es immer wieder Dialoge, die philosophisch wirken wollen, mir aber häufig eher pseudo-philosophisch vorkamen. Nach der Hälfte wird das zunehmend langatmig.
Gleichzeitig entwickelt das Buch aus dieser Ruhe auch seine Wirkung: Man wird regelrecht eingelullt von der Freundlichkeit, Großzügigkeit und Herzlichkeit, die Theo und die Menschen in Golden umgeben. Und weil man von Anfang an weiß, dass Theo nur ein Jahr bleiben wird, entsteht allmählich die Erwartung, dass hinter seiner Geschichte noch etwas verborgen sein muss. Tatsächlich nimmt die Handlung schließlich deutlich an Spannung auf. Eine erste große Wendung scheint die offenen Fragen zu beantworten – bis danach noch eine weitere, ziemlich überraschende Enthüllung folgt.
Am Ende bleibt bei mir allerdings vor allem der Eindruck zurück: Das ist ziemlich konstruiert und stellenweise kitschig. Gleichzeitig ist es ein ausgesprochenes Wohlfühlbuch. Es geht um Freundlichkeit, Großzügigkeit und Nächstenliebe – um Tugenden also, die gerade heute nicht die schlechtesten wären. Wer eine leichte, warmherzige Lektüre sucht und genau das von einem Roman erwartet, dürfte mit Theo in Golden seine Freude haben.
Wer dagegen große Literatur, sprachliche oder philosophische Tiefe erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Theo in Golden ist eher ein seichter Roman, der seine Botschaft nicht gerade subtil vermittelt. Und er hätte für meinen Geschmack durchaus einige Seiten kürzer ausfallen dürfen.
Das Besondere an dem Roman ist zunächst seine Perspektivstruktur: Die Menschen, die Theo aufsucht, wissen selbst nicht, was sie von diesem geheimnisvollen Fremden halten sollen. Erst später erfahren auch wir, was aus ihren Begegnungen mit ihm geworden ist. Theo selbst bleibt lange undurchsichtig. Er erzählt wenig über seine Vergangenheit, ist aber auffallend aufmerksam, großzügig und höflich. Fast jeder, der ihm begegnet, schließt ihn ins Herz. Neben den Porträts hilft er den Menschen teilweise auch finanziell und auf andere Weise.
Allerdings plätschert die Handlung über weite Strecken vor sich hin. Theo lernt einen Menschen nach dem anderen kennen, übergibt ein Porträt und führt mit ihm ein mehr oder weniger tiefgründiges Gespräch. Dabei gibt es immer wieder Dialoge, die philosophisch wirken wollen, mir aber häufig eher pseudo-philosophisch vorkamen. Nach der Hälfte wird das zunehmend langatmig.
Gleichzeitig entwickelt das Buch aus dieser Ruhe auch seine Wirkung: Man wird regelrecht eingelullt von der Freundlichkeit, Großzügigkeit und Herzlichkeit, die Theo und die Menschen in Golden umgeben. Und weil man von Anfang an weiß, dass Theo nur ein Jahr bleiben wird, entsteht allmählich die Erwartung, dass hinter seiner Geschichte noch etwas verborgen sein muss. Tatsächlich nimmt die Handlung schließlich deutlich an Spannung auf. Eine erste große Wendung scheint die offenen Fragen zu beantworten – bis danach noch eine weitere, ziemlich überraschende Enthüllung folgt.
Am Ende bleibt bei mir allerdings vor allem der Eindruck zurück: Das ist ziemlich konstruiert und stellenweise kitschig. Gleichzeitig ist es ein ausgesprochenes Wohlfühlbuch. Es geht um Freundlichkeit, Großzügigkeit und Nächstenliebe – um Tugenden also, die gerade heute nicht die schlechtesten wären. Wer eine leichte, warmherzige Lektüre sucht und genau das von einem Roman erwartet, dürfte mit Theo in Golden seine Freude haben.
Wer dagegen große Literatur, sprachliche oder philosophische Tiefe erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Theo in Golden ist eher ein seichter Roman, der seine Botschaft nicht gerade subtil vermittelt. Und er hätte für meinen Geschmack durchaus einige Seiten kürzer ausfallen dürfen.