Zwei Seiten der Medaille

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mirko Avatar

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Die Bewertung zu diesem Roman ist herausfordernd, denn für mich stellt sich die Frage, ob ich ihn nach literarischer Qualität oder den Werten, die er vermittelt, beurteilen soll.
Der Autor Allen Levi Ist ein sympathischer Mensch. Den Eindruck hatte ich kürzlich in einigen Interviews gewonnen. Und das spiegelt sich auch in seinem Buch wider. Denn mit Theo erweckt er einen Charakter zum Leben, der auf einer Mission ist. Der Mission, seinen Mitmenschen Gutes zuteil werden zu lassen. In verschiedenen Episoden erfährt der Leser in erster Linie etwas über die Menschen, mit denen Theo in Kontakt kommt. Er verschenkt Portrait-Zeichnungen, welche in einem Café in Golden (im Süden der USA) an der Wand hängen. Ein hiesiger Künstler hat sie in liebevoller Handarbeit erstellt. Theo kauft sie nach und nach, um sie den Menschen, die jeweils gemalt wurden, zu schenken. Und in den Gesprächen, die daraus resultieren, erfährt man etwas über deren Geschichte. Theos Vita hingegen bleibt zunächst ein Geheimnis.
Der Autor vermittelt in dem Roman positive Werte, indem er durch Theos Handlungen zeigt, das man immer dazu in der Lage ist, Anderen zu helfen. Nach und nach hinterfragt man als Leser, ob man selbst nicht auch mehr Gutes in die Welt hineintragen kann. Und Levi verbindet im Laufe der Geschichte alle Fäden sinnvoll miteinander. So viel zu den positiven Aspekten im Roman.
Bewertet man das Ganze hingegen in sprachlicher bzw. literarischer Hinsicht, kann ich leider nicht sehr viel Gutes sagen. Denn die Geschichte ist stark konstruiert und die Charaktere lassen Tiefe vermissen. Viele Menschen in Golden ähneln sich in ihrer Denk- und Handlungsweise. Es gibt ein wenig schwarz und ein wenig weiß, aber das alles wirkt extrem stereotyp.
Diesen Mangel zu beschreiben, fällt mir nicht leicht, da so viel positive Botschaften in dem Roman stecken. Aber es hat mich zuweilen an einen Punkt gebracht, an dem ich das Ganze nicht mehr gefühlt habe. Auch wenn das unglaublich schade ist, bin ich sicher, dass der Roman viele begeisterte Leser finden wird. Die Rezensionen des US-Originals sind sehr gut und es hat scheinbar viele, viele Leser gefunden. Und das macht mir Hoffnung, denn scheinbar suchen die Menschen nach diesen positiven Geschichten. Dennoch kann ich die sprachlichen Defizite nicht völlig ignorieren. Letztlich glaube ich aber, dass Theo und die Menschen aus Golden mir noch ein wenig in Erinnerung bleiben werden.