Wie gut kennen wir die Menschen wirklich, die uns am nächsten stehen?
This Story Might Save Your Life hat mich auf eine sehr leise Art erreicht und genau dadurch lange begleitet. Schon der Klappentext macht klar, dass hier keine schnelle Action im Vordergrund steht. Es ist keine typische Thriller-Geschichte, sondern eine, die über Atmosphäre, Nähe und psychologischen Druck funktioniert. Das Verschwinden von Joy fühlt sich von Anfang an falsch an. Still, beunruhigend und voller Fragen. Die Scherben im Badezimmer sprechen für sich, doch Antworten gibt es kaum. Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Freundschaft zwischen Joy und Benny. Dieses tiefe Vertrauen, das man zu kennen glaubt, und das nach und nach Risse bekommt. Beim Lesen hatte ich immer wieder dieses unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Spannend fand ich auch, dass im Buch die Krankheit Narkolepsie thematisiert wird. Sie wird ruhig in die Geschichte eingebaut und bekommt Raum, ohne aufdringlich zu wirken. Für mich hat das der Handlung eine zusätzliche Ebene gegeben und die Geschichte noch komplexer gemacht. Joys Manuskript stellt vieles infrage und bringt eine emotionale Tiefe in die Geschichte. Es geht nicht nur darum, was passiert ist, sondern darum, wie gut wir Menschen kennen, die uns nahestehen, und was passiert, wenn diese Sicherheit plötzlich wegbricht. Für mich ist es eine Geschichte, die Zeit braucht und Aufmerksamkeit fordert. Kein Buch für nebenbei, sondern eines, bei dem man mitdenkt, mitfühlt und sich immer wieder selbst hinterfragt. Am Ende bleibt für mich eine Geschichte, die nicht laut sein muss, um nachzuwirken. Eine Geschichte, die mich ruhig, aber intensiv begleitet hat und mir eine Frage mitgegeben hat, die bleibt.
Wie gut kennen wir die Menschen wirklich, die uns am nächsten stehen?
Wie gut kennen wir die Menschen wirklich, die uns am nächsten stehen?