Jahreshighlight

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ronja1903 Avatar

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Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt Ryan in ihrer Heimatstadt zurück, um bei der Familie ihrer Tante zu wohnen, bis sie volljährig wird und ihren Abschluss in der Tasche hat. Jedoch lebt sie dort unter einer geheimen Identität, da niemand wissen soll, dass ihr Vater der bekannte Serienmörder „Starling Slayer“ ist und ihr Name eigentlich Gabrielle Torn lautet. Ihr Plan ist klar bloß keine Aufmerksamkeit erregen. Doch bereits am ersten Tag wirft der Star-Quarterback Everett ein Auge auf sie. Zudem sucht die ganze Stadt nach den Leichen, die ihr Vater hat verschwinden lassen, da diese in den letzten 10 Jahren noch nichtgefunden wurden.
Für mich war das Buch ein absolutes Highlight. Die Storyline war mal was ganz anderes, da es primär darum geht, wie es Ryan als Tochter eines Serienmörders geht und um die Suche nach den Leichen. Die Lovestory von Ryan ist eher eine Nebenhandlung. Nebenbei bekommt man auch noch kleine Einblicke in die Leben der Familien der Hinterbliebenen, da diese am Rand vorkommen und verschiedene Muster erkennbar sind, wie es ist, um geliebte Menschen zu trauern und die Last, die es mit sich trägt, dass die Leichen ihrer Mütter / Frauen nicht gefunden wurden.
Dafür, dass Ryan eigentlich für sich bleiben will, baut sie sich relativ schnell ein gutes soziales Umfeld auf. Mit ihrer Tante, deren Mann und Kindern, kommt sie sehr gut aus, obwohl sie alle sehr unterschiedliche verhalten und Typen haben, aber grade das macht die Familie und die Interkationen zwischen ihnen so real. Aber auch Freunde findet sie gegen ihren Willen recht schnell in einigen Klassenkameraden, die unter anderem ihre Vorliebe für Fotografie teilen. Zudem trifft sie am ersten Morgen Everett draußen, der dort eine Runde joggen geht, wo sie Fotos macht, und direkt versucht, sie besser kennenzulernen. Everett ist der Star-Quarterback der Schule und seine öffentlichen Annäherungsversuche führen dazu, dass sie nicht ganz so unbemerkt bleibt, wie sie es gerne hätte.
Die Suche nach den Leichen, die ihr Vater hinterlassen hat spielt in dieser Stadt eine primäre Rolle, da sowohl der Täter als auch die meisten Opfer aus dieser Stadt kommt. Es gibt Gruppen, die den Mörder feiern, also Regelrechte Fanclubs, die Merch mit dem Gesicht des Täters tragen, aber die meisten wollen eher die Leichen finden und damit abschließen. Es wird sogar eine große Belohnung ausgesetzt, für denjenigen, der Hinweise zu dem Aufenthaltsort der Leichen geben kann. Daher gibt es unzählige Gerüchte, da jeder die Belohnung bekommen will, unter anderem auch Ryans Cousine und auch ihre neuen Freunde, was Ryan nicht so ganz gefällt, da sie zwar auch wissen will, wo die Leichen sind, um mit der ganzen Sache abzuschließen, allerdings erhöht es auch ihre Schuldgefühle, da sie in dem Täter eben auch ihren liebenden Vater sieht.
Dieses Buch hat mich zum Lachen und gleichzeitig auch zum Weinen gebracht. Ryan scheint mit der ganzen Situation zum Teil überfordert zu sein und sich selbst nicht von den Taten ihres Vaters lossprechen zu können. Gleichzeitig gab es aber auch viele Interaktionen mit ihrer Familie und ihren Freunden, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
Es gibt Chats und Post aus einem Blog der sich darauf „spezialisiert“ hat, die Leichen zu finden, was etwas Realität der True-Crime in die Geschichte bringt dadurch, dass alle selbsternannte Experten sind, die es besser wissen als die Polizei und das FBI. Durch die Blogeinträge bekommt man beim Lesen weitere Informationen, die einen sowohl in die richtige als auch in die falsche Richtung Lenken können. Durch Rückblicke von Ryan und Briefen, die ihr Vater ihr aus der Haft geschrieben hat, bekommt man zudem weitere Details zu den Morden aber auch zu der Psyche von Ryans Vater, die einen noch weiter anregen weiter mitzufiebern, was den wirklich passiert ist und wo die Leichen sein können. Das Finale hat sich für mich logisch aufgebaut, aber es gab auch einen Plot, den ich so nicht habe kommen sehen.
Alles in allem hat mir das Buch richtig gut gefallen und für mich als normale Romance Leserin war es schön mal etwas Abwechslung zu bekommen und was völlig Neues zu lesen. Sollte die Autorin noch etwas in diese Richtung schreiben werde ich es auf jeden Fall wieder lesen.