10 Häkeldeckchen und ein Mord
Miss Adelaide Peel und - als blinder Passagier- ihr Rauhaardackel Broderick ziehen ins Seniorenheim Three Willows. Nur vorübergehend, wie die eigenwillige alte Dame betont. Mit dem Leiter des Heims einigt sie sich auf eine Probezeit von 14 Tagen. Danach ist sie wieder eine freie Frau, so der Deal. Zwei Wochen die Füße still halten, dürfte kein Problem sein. Eigentlich nicht, aber für Adelaide schon. Schließlich kann sie als ausgewiesene Krimiexpertin, den Mord im Nebenzimmer nicht ignorieren.
Katie Kento, die ich bereits von„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht“, kenne, begibt sich mit „Three Willows: Mord und Häkeldeckchen“ in das Genre des Cosy Crime. Mich hat dieser Ausflug kurzweilig unterhalten.
Adelaide ist eine 83-jährige vom Rheuma geplagte Seniorin, die zeitlebens allein gelebt hat. Einzige Ausnahme ist ihr betagter Dackel Broderick, dessen Gesellschaft sie jeder menschlichen vorzieht. Ein fehlgeschlagenes Experiment, mit dem sie versehentlich ihr Häuschen abgefackelt hat, zwingt sie nach Three Willows. Schon die Frühstückszene verrät, dass einiges von der selbstbewussten, schroffen Seniorin zu erwarten ist. Die Bewohner der Altersresidenz bedienen einige Klischees und es kommt prompt zu Konfrontationen mit der Neuen. Die ist momentan voll im Detektivmodus, um den vermeintlichen Mord aufzuklären, an den außer ihr niemand glaubt. Mit ihrem etwas unbeholfenen Großneffen, dem Polizisten Oliver und der sympathischen Altenpflegerin Nola stehen ihr, neben Broderick, immerhin zwei potenzielle Verbündete zur Seite.
Katie Kento gelingt es mühelos, die etwas heruntergekommene Seniorenresidenz in meinem Kopfkino erstehen zu lassen. Die Bewohner von Three Willows sind schrullig bis skurril und leiden an verschiedenen Alterszipperlein. Ob die ehemalige, extrem abergläubische Operndiva, die immer noch erstaunlich bewegliche Artistin oder der Biologe mit der Vorliebe für Liebesromane, die meisten der Senioren sind auf ihre Art sympathisch. Allen voran die spröde, mürrische Adelaide, die ein besonderes Kaliber ist. Sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht, vermeidet sie näheren Kontakt und zeigt auch ihrem Großneffen stets die kalte Schulter. Doch Oliver, der glücklich ist, seine Tante gefunden zu haben, erweist sich als erstaunlich resilient gegenüber allen Affronts. Dadurch und mithilfe der bezaubernden 5-jährigen Marigold taut Adelaide allmählich auf und entdeckt widerwillig ihr Herz.
Der Cosy Crime liest sich flüssig und der Humor kommt nicht zu kurz. Als sich mit Adelaides Einzug seltsame Ereignisse im Altenheim häufen, ist zunächst nicht klar, ob es sich tatsächlich um Verbrechen handelt oder das ungeschickte Verhalten klappriger Senioren. Oder sieht Adelaide Gespenster? Da sie sehr viele Kriminalromane gelesen hat, hält sich Miss Peel für eine begnadete Ermittlerin. Auf einer Stufe mit Miss Marple und Hercule Poirot, mindestens! Leider klaffen hier Anspruch und Realität weit auseinander, Adelaide verdächtigt gefühlt jeden. Das führt zu kleinen Längen und geht etwas zu Lasten der Spannung. Doch letztlich gelingt es ihr, endlich den Mörder zu entlarven. Prompt gerät sie in Lebensgefahr.
Katie Kento hat mit ihrem speziellen Detektivgespann genau meinen Geschmack getroffen. Plot, Setting und Charaktere passen. Die Mörderjagd nimmt ein erfolgreiches Ende. Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Das könnte der Beginn einer wunderbaren (Lese-)Freundschaft sein ...
Wer leicht skurrile Cosy Crime mit schwarzem Humor und britischem Flair mag, ist hier richtig.
4,5 Sterne
Katie Kento, die ich bereits von„Hotel Ambrosia - Du. Entkommst. Nicht“, kenne, begibt sich mit „Three Willows: Mord und Häkeldeckchen“ in das Genre des Cosy Crime. Mich hat dieser Ausflug kurzweilig unterhalten.
Adelaide ist eine 83-jährige vom Rheuma geplagte Seniorin, die zeitlebens allein gelebt hat. Einzige Ausnahme ist ihr betagter Dackel Broderick, dessen Gesellschaft sie jeder menschlichen vorzieht. Ein fehlgeschlagenes Experiment, mit dem sie versehentlich ihr Häuschen abgefackelt hat, zwingt sie nach Three Willows. Schon die Frühstückszene verrät, dass einiges von der selbstbewussten, schroffen Seniorin zu erwarten ist. Die Bewohner der Altersresidenz bedienen einige Klischees und es kommt prompt zu Konfrontationen mit der Neuen. Die ist momentan voll im Detektivmodus, um den vermeintlichen Mord aufzuklären, an den außer ihr niemand glaubt. Mit ihrem etwas unbeholfenen Großneffen, dem Polizisten Oliver und der sympathischen Altenpflegerin Nola stehen ihr, neben Broderick, immerhin zwei potenzielle Verbündete zur Seite.
Katie Kento gelingt es mühelos, die etwas heruntergekommene Seniorenresidenz in meinem Kopfkino erstehen zu lassen. Die Bewohner von Three Willows sind schrullig bis skurril und leiden an verschiedenen Alterszipperlein. Ob die ehemalige, extrem abergläubische Operndiva, die immer noch erstaunlich bewegliche Artistin oder der Biologe mit der Vorliebe für Liebesromane, die meisten der Senioren sind auf ihre Art sympathisch. Allen voran die spröde, mürrische Adelaide, die ein besonderes Kaliber ist. Sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht, vermeidet sie näheren Kontakt und zeigt auch ihrem Großneffen stets die kalte Schulter. Doch Oliver, der glücklich ist, seine Tante gefunden zu haben, erweist sich als erstaunlich resilient gegenüber allen Affronts. Dadurch und mithilfe der bezaubernden 5-jährigen Marigold taut Adelaide allmählich auf und entdeckt widerwillig ihr Herz.
Der Cosy Crime liest sich flüssig und der Humor kommt nicht zu kurz. Als sich mit Adelaides Einzug seltsame Ereignisse im Altenheim häufen, ist zunächst nicht klar, ob es sich tatsächlich um Verbrechen handelt oder das ungeschickte Verhalten klappriger Senioren. Oder sieht Adelaide Gespenster? Da sie sehr viele Kriminalromane gelesen hat, hält sich Miss Peel für eine begnadete Ermittlerin. Auf einer Stufe mit Miss Marple und Hercule Poirot, mindestens! Leider klaffen hier Anspruch und Realität weit auseinander, Adelaide verdächtigt gefühlt jeden. Das führt zu kleinen Längen und geht etwas zu Lasten der Spannung. Doch letztlich gelingt es ihr, endlich den Mörder zu entlarven. Prompt gerät sie in Lebensgefahr.
Katie Kento hat mit ihrem speziellen Detektivgespann genau meinen Geschmack getroffen. Plot, Setting und Charaktere passen. Die Mörderjagd nimmt ein erfolgreiches Ende. Ich hoffe auf eine Fortsetzung. Das könnte der Beginn einer wunderbaren (Lese-)Freundschaft sein ...
Wer leicht skurrile Cosy Crime mit schwarzem Humor und britischem Flair mag, ist hier richtig.
4,5 Sterne