Wuchtig, Düster, Vielverspechend
Der Einstieg in Tinte und Schwert – Verwandlung trifft einen sofort mit voller Wucht – und zwar genau so, wie man es von einem historischen Roman über den Dreißigjährigen Krieg erwartet, der keine halben Sachen macht.
Die allerersten Seiten schleudert uns mitten hinein in einen brutalen Überfall: Ein Hof, eine Familie, plötzliche Gewalt von Söldnern. Es ist roh, schnell und erbarmungslos beschrieben – kein langes Herumgeeiere, sondern direkt das Chaos, die Schreie, der Rauch, das Blut. Matthias Soeder hält sich nicht mit unnötigen Details auf, sondern zeigt die Zerstörung in kurzen, harten Schnitten. Man spürt die Hilflosigkeit des jungen Jacob Wolffen sofort: Er verliert alles, was ihm lieb ist, innerhalb weniger Minuten. Das sitzt.
Dann der Übergang: Verschleppung nach Böhmen, Zwangsdienst in der Armee des berüchtigten Söldnerführers Ernst von Mansfeld. Hier wird der Ton etwas ruhiger, aber nicht weniger bedrückend – es ist die Stille nach dem Sturm, in der der Hass keimt. Jacob ist kein Held von der Stange; er ist gebrochen, wütend, aber auch noch sehr jung und überfordert. Man merkt, wie sich in ihm etwas verhärtet, wie aus dem Opfer langsam der Rächende wird. Die Andeutung auf Heinrich von Hohenfels als den wahren Feind kommt schon früh und wirkt wie ein giftiger Haken, der einen weiterzieht.
Was mich besonders angesprochen hat: Die Atmosphäre ist dicht und authentisch. Man riecht den Schlamm, den Pulverdampf, das Lagerleben – alles fühlt sich dreckig, kalt und hoffnungslos an, genau wie der Dreißigjährige Krieg war. Gleichzeitig schimmert schon die „Verwandlung“ durch, die im Titel steht: Nicht nur Jacobs äußere Situation ändert sich, sondern sein Inneres. Und dann taucht Anna Dillenberger auf (oder wird zumindest angedeutet) – eine Heilerin, stolz, rebellisch, mit eigenen Geheimnissen. Die ersten Funken zwischen den beiden wirken nicht kitschig-romantisch, sondern eher wie zwei Beschädigte, die sich gegenseitig brauchen, um zu überleben. Das verspricht eine starke Dynamik.
Stilistisch ist der Text sehr direkt: Kurze Sätze bei Action, längere bei innerer Zerrissenheit. Kein überladenes Pathos, sondern eine nüchterne, fast reportageartige Härte, die den historischen Hintergrund ernst nimmt. Man spürt, dass der Autor recherchiert hat – Mansfeld, Böhmen, Söldnerbanden –, ohne dass es wie ein Geschichtsbuch wirkt. Stattdessen zieht die persönliche Rachegeschichte einen rein.
Mein spontaner Gesamteindruck nach der Leseprobe:
Sehr wuchtig, sehr düster, sehr vielversprechend. Wenn der Roman dieses Tempo und diese Intensität hält, wird Tinte und Schwert – Verwandlung ein richtig starker historischer Roman mit Rache-Plot, moralischen Grauzonen und einer Figurendynamik, die unter die Haut geht. Wer Bücher wie die von Bernard Cornwell, Simon Scarrow oder auch die dunkleren Werke von Robert Low mag, sollte hier hellhörig werden. Die Mischung aus realem Kriegshorror und fiktiver, fast schon literarischer Rachespur macht neugierig auf den Rest.
Würde ich weiterlesen? Absolut – und zwar mit dem Wissen, dass es wehtun wird, aber genau das will ich in so einem Setting.
Die allerersten Seiten schleudert uns mitten hinein in einen brutalen Überfall: Ein Hof, eine Familie, plötzliche Gewalt von Söldnern. Es ist roh, schnell und erbarmungslos beschrieben – kein langes Herumgeeiere, sondern direkt das Chaos, die Schreie, der Rauch, das Blut. Matthias Soeder hält sich nicht mit unnötigen Details auf, sondern zeigt die Zerstörung in kurzen, harten Schnitten. Man spürt die Hilflosigkeit des jungen Jacob Wolffen sofort: Er verliert alles, was ihm lieb ist, innerhalb weniger Minuten. Das sitzt.
Dann der Übergang: Verschleppung nach Böhmen, Zwangsdienst in der Armee des berüchtigten Söldnerführers Ernst von Mansfeld. Hier wird der Ton etwas ruhiger, aber nicht weniger bedrückend – es ist die Stille nach dem Sturm, in der der Hass keimt. Jacob ist kein Held von der Stange; er ist gebrochen, wütend, aber auch noch sehr jung und überfordert. Man merkt, wie sich in ihm etwas verhärtet, wie aus dem Opfer langsam der Rächende wird. Die Andeutung auf Heinrich von Hohenfels als den wahren Feind kommt schon früh und wirkt wie ein giftiger Haken, der einen weiterzieht.
Was mich besonders angesprochen hat: Die Atmosphäre ist dicht und authentisch. Man riecht den Schlamm, den Pulverdampf, das Lagerleben – alles fühlt sich dreckig, kalt und hoffnungslos an, genau wie der Dreißigjährige Krieg war. Gleichzeitig schimmert schon die „Verwandlung“ durch, die im Titel steht: Nicht nur Jacobs äußere Situation ändert sich, sondern sein Inneres. Und dann taucht Anna Dillenberger auf (oder wird zumindest angedeutet) – eine Heilerin, stolz, rebellisch, mit eigenen Geheimnissen. Die ersten Funken zwischen den beiden wirken nicht kitschig-romantisch, sondern eher wie zwei Beschädigte, die sich gegenseitig brauchen, um zu überleben. Das verspricht eine starke Dynamik.
Stilistisch ist der Text sehr direkt: Kurze Sätze bei Action, längere bei innerer Zerrissenheit. Kein überladenes Pathos, sondern eine nüchterne, fast reportageartige Härte, die den historischen Hintergrund ernst nimmt. Man spürt, dass der Autor recherchiert hat – Mansfeld, Böhmen, Söldnerbanden –, ohne dass es wie ein Geschichtsbuch wirkt. Stattdessen zieht die persönliche Rachegeschichte einen rein.
Mein spontaner Gesamteindruck nach der Leseprobe:
Sehr wuchtig, sehr düster, sehr vielversprechend. Wenn der Roman dieses Tempo und diese Intensität hält, wird Tinte und Schwert – Verwandlung ein richtig starker historischer Roman mit Rache-Plot, moralischen Grauzonen und einer Figurendynamik, die unter die Haut geht. Wer Bücher wie die von Bernard Cornwell, Simon Scarrow oder auch die dunkleren Werke von Robert Low mag, sollte hier hellhörig werden. Die Mischung aus realem Kriegshorror und fiktiver, fast schon literarischer Rachespur macht neugierig auf den Rest.
Würde ich weiterlesen? Absolut – und zwar mit dem Wissen, dass es wehtun wird, aber genau das will ich in so einem Setting.