Blutig, aber gut!

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Auf den ersten Blick: Eigentlich kein Buch, nach dem ich normalerweise greifen würde, obwohl ich eigentlich Historienromane sehr gerne mag. Es ist einfach sehr blutig und kriegsstrategisch, sehr düster. Aber das Setting um den 30-jährigen Krieg hat mich sehr neugierig gemacht - und das hat sich ausgezahlt: Matthias Soeder hat wirklich ein Händchen für schnelllebige Szenen und authentische Historienromane. Der Schreibstil hätte nicht besser mit dem Gegenstand verschmelzen und die Spannungskurve kaum idealer verlaufen können. Ich bin nun sehr gespannt auf den zweiten Teil, gleichzeitig aber froh, dass der Cliffhanger am Ende nicht noch gemeiner gesetzt worden ist.
Ja, es ist sehr makaber und nicht selten hätte ich bei sehr detaillierten Beschreibungen mir gern die Augen zugehalten. Aber ich fürchte, das macht genau den Charme dieses Werkes aus und die Leseerfahrung umso intensiver.
Es macht Spaß, nebenher zu recherchieren und zu sehen, dass die Basis des Buches nicht in luftleerem Raum steht. Das Einzige, was mir nicht gefallen hat, ist, dass die Handlung an einigen Stellen konstruiert bzw. zu stark vereinfacht erscheint, um sich zu fügen und zu einer nötigen Konsequenz zu führen. Aber das wird vielen kaum negativ auffallen, wage ich zu behaupten. Für solch schwere Kost ist es überraschend leicht zu lesen.