Der Dreißigjährige Krieg mit all seinen Schrecken

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obilot Avatar

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Der Autor beschreibt in „Tinte und Schwert“ eine fiktionale Geschichte während des Beginns des Dreißigjährigen Kriegs, mit realistischem historischem Hintergrund. Der Krieg bestimmt die Lebensläufe der handelnden Personen und prägt ihren Charakter. Der Schwerpunkt der Auseinandersetzungen findet als Religionskrieg zwischen den Machtansprüchen der Katholiken und der Protestanten statt.

Der 17jährige empathische Jacob wollte eigentlich ein geistliches Amt anstreben, um sich um das Seelenheil anderer Menschen zu kümmern. Doch es kommt ganz anders. In den Wirren des heraufziehenden Krieges wird seine Familie, so wie viele andere Menschen, auf brutalste Weise umgebracht. Er selbst findet sich nach dem verehrenden Überfall als Söldner auf dem Schlachtfeld in Böhmen wieder.

Als charakterlicher Gegenpol steht dem jungen Jocob der General Heinrich gegenüber, der für seine Karriere und sein Ansehen wortwörtlich über Leichen geht. Am Anfang des Romans entsteht so ein Schwarz-Weiß-Bild zwischen Gut und Böse. Doch nach einem Drittel der Handlung und auf dem Höhepunkt Jacobs Leidenswegs findet schließlich ein Wendepunkt statt, als dieser sich dem Rachefeldzug gegen seine Peiniger verschreibt. Eine Mitstreiterin findet er in der als Hexe verfolgten Anna.

Die Charaktere des Romans sind gut ausgearbeitet und man kann sich gut in die Personen hineinversetzen. An vielen Stellen sind die Schilderrungen sehr brutal. Man mag sich gar nicht vorstellen unter welchen Entbehrungen und Leiden die Menschen in dieser Zeit lebten. Die Epoche die der Autor hier beschreibt fand ich sehr interessant, da der Dreißigjährige Krieg in historischen Romanen eher selten verarbeitet wird und man sich viele Romane eher mit dem Mittelalter befassen. Der religiöse Fanatismus steht dieser Zeit jedoch in nichts nach, die Brutalität ist hingegen eher größer.

Das Cover sowie die ersten Innenseiten mit Bildern von Jaques Callot sind sehr passend und verbildlichen die Atmosphäre die den Leser im Roman erwartet. Eine schöne Überraschung war das Autogramm im Buch sowie die beigelegte Postkarte mit dem eindrucksvollen Galgenbaum.

„Tinte und Schwert“ ist als Auftakt einer Trilogie gedacht. Ich bin gespannt auf die kommenden Bände.
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