Die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges

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1618 Die Bestie des Krieges erwacht und wird die nächsten Jahrzehnte Europa in ihren Würgegriff nehmen. Beide Kriegsgegner beanspruchen für sich , für den wahren Glauben zu kämpfen. Die Kaiserlichen für den Papst gegen die ketzerischen Lutheraner. In Wahrheit geht es um Macht und Einfluss. Der Krieg erlaubt den Menschenfeinden auf beiden Seiten bestialische Gräuel ohne Furcht vor Strafe.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang in einem kleinen Weiler im Bistum Würzburg. Jacob, ein Bauernsohn mit der Hoffnung auf eine Priesterausbildung, gerät in die Fänge der kaiserlichen Truppen. Nachdem er mit ansehen musste, wie seine Familie und Nachbarn abgeschlachtet wurden, wird er nach Böhmen verschleppt und muss in der Armee Schanzdienste leisten. Bereits hier ließen mir die Beschreibungen des Überfalls und die Zustände im Heerlager den Atem stocken. Der Autor schildert das so bildhaft, dass ich im Verlaufe der Ereignisse oft den Eindruck hatte, mittendrin zu sein - angesichts der Gräuel nicht immer zu meiner Freude.

Ich lerne den Feldherrn Mansfeld kennen, der mich zwar mit seiner Intelligenz und Dreistigkeit beeindruckt hat, aber durch seine Gefühlskälte und Rachsucht zu Recht in den Geschichtsbüchern verdammt wird. Während wir Pilsen belagern, sinnt Jacob auf Rache . Er ist fest entschlossen, die Mörder seiner Familie zu töten. ich habe diesen Wunsch nur zu gut verstanden. Gleichzeitig habe ich mich um Jacob gesorgt. Die Gefahr, dass sein Vorhaben verraten wird, ist allgegenwärtig. In Pilsen trifft er zufällig auf die junge Anna. Auch sie weiß von Ungerechtigkeit und Gnadenlosigkeit zu erzählen. Anna ist neben Jacob meine Lieblingsfigur. Sie ist intelligent, einfallsreich, schlagfertig und wird zu einer unentbehrlichen Verbündete für Jacob.

Die Lektüre hat mein Blut mehrfach in Wallung gebracht. Entsetzen, Mitleid, Wut, Hoffnung und auch Rachegedanken haben mich bewegt. Das Buch endet mit einem Cliffhänger. Ich lasse Jacob in Pilsen zurück, ohne zu wissen wie es den übrigen Beteiligten geht, egal ob Freund oder Feind. Nun hoffe ich, dass sich meine Befürchtungen nicht bewahrheiten und warte ungeduldig auf die Fortsetzung.