Gute Einblicke

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Tinte und Schwert von Matthias Soeder ist ein historischer Roman, der im ersten Jahr des Dreizigjährigen Krieges spielt. Auf der einen Seite bekommt man einen Einblick in das Leben des Adels, verbunden mit allen Annehmlichkeiten des 17. Jahrhunderts, aber auch dem Elend der Landbevölkerung, die jeden Tag aufs Neue um ihr tägliches Brot kämpfen muss.
Da ist Jakob, der Bauernjunge, schon privilegiert, dass er vom Pfarrer ausgebildet wird - lesen und schreiben kann. Und da sind auch mutige Frauen, die mit ihrer Kräuterlehre und Hebammen-wissen schnell des Hexentums überführt werden.
Nach einem Überfall durch Landsknechte, bei dem Jakobs Eltern und Geschwister getötet werden, wird Jakob halb tot mitgenommen und findet Anschluss an das Soldatenheer, das auf protestantischer Seite, die Stadt Pilsen in Böhmen belagert und anschließend besetzt. Seine intellektuellen Fähigkeiten lassen ihn zum Schreiber einer Artillerieeinheit aufsteigen, was ihn befähigt, immer ein Auge auf die Mörder seiner Familie zu werfen. In Pilsen lernt er eine junge Frau kennen, die ihre Mutter auf dem Scheiterhaufen verloren hatte. Gemeinsam schmieden sie Rachepläne gegen die Mörder aber auch gegen das gesamte protestantische Besatzungsheer.

Insgesamt findet man hier eine einnehmende, leicht lesbare Lektüre, die mit ihrer teils deftigen Sprache, die damalige Zeit sehr gut widerspiegelt. Auf dem Cover wird das Buch als Band 1 betitelt, so dass man sich als Leser und Geschichtsinteressierter schon auf eine Fortsetzung freuen kann.