Interessant, spannend und brutal

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jester Avatar

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Endlich mal wieder ein Roman über den dreißigjährigen Krieg! Hiervon gibt es meiner Meinung nach viel zu wenige Romane. Der Galgenbaum, Sinnbild für den dreißigjährigen Krieg als Buchcover hat sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auch der Klappentext klang sehr interessant, so dass ich froh war, dass ich diesen Roman bei vorablesen.de gewonnen habe. Der Autor verbindet auf sehr unterhaltsame Weise die historische Realität um die Belagerung und Erstürmung von Pilsen durch den General Mansfeld und fesselnde Fiktion um die Hauptprotagonisten Jacob und Anna sowie Graf Heinrich von Hohenfels miteinander. In diesem Roman werden ausdrucksstark die Kriegsszenen, die brutale Wirklichkeit während des dreißigjährigen Krieges, das unmenschliche aber auch das menschliche Verhalten beschrieben. Die fiktiven und realen Erzählstränge werden hierbei sehr geschickt miteinander verknüpft, wobei der Autor sehr viel Wert auf historische Details legt, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Geschichte nimmt bereits im Prolog so richtig Fahrt auf und dem Autor gelingt es wunderbar, mit seinem flüssigen, bildstarken und bewegenden Schreibstil und seiner Erzähltechnik den Spannungsbogen bis zum Schluss zu halten. Die Struktur mit den Überschriften und den kurzen Kapiteln hat ein übriges getan, dass ich das Buch kaum aus der Hand nehmen konnte, da ich unbedingt wissen wollte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
Beim Durchblättern hätte ich fast das Personenverzeichnis mit den historischen Personen übersehen. Leider fehlen hier die fiktiven Protagonisten. Die Radierung von Pilsen 1618 ist leicht unscharf, das Wesentliche kann man jedoch erkennen bzw. erahnen.
Ich bin auf Band 2 von „Tinte und Schwert“ gespannt und vergebe hier eine klare Leseempfehlung