Krieg ist ein dreckiges Geschäft

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gärtnerin Avatar

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"Tinte und Schwert" von Matthias Soeder ist mit dem ersten Teil "Die Verwandlung" eine absolut spannende historische Reihe.
Wir werden in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges versetzt und begleiten Jacob Wolffen auf seinem Weg.
Jacob ist ein sympathischer und intelligenter junger Mann, auf einem Bauernhof lebend, der Priester werden möchte.
Seine Familie wird aber durch Söldner brutal ermordet und er selber als Schanzknecht ins Heer gezwungen. Hier erleben wir die Belagerung der Stadt Pilsen durch die Truppen und die Versetzung von Jacob zum Schreiber.
Jacob lebt und überlebt fortan nur durch Rachegedanken für die Auslöschung seiner Familie. Trotz seines Glaubens hält er an seinem Plan fest.
Was diese Geschichte noch zusätzlich spannend macht sind verschiedene Erzählperspektiven. Außer Jacob begleiten wir noch Anna, Tochter einer Heilkundigen und Hebamme, die selber schon einige Kenntnisse hat und uns hier dicht an die Hexenverfolgungen und frauenverachtenden Sichtweisen heranführt. Das alles ist nicht leicht zu lesen und zu verdauen, gerade weil vieles historisch belegt ist.
Eine dritte Perspektive ist die des Grafensohns Heinrich von Hohenfels, der zu Ruhm, Ehre und Reichtum kommen möchte, um vor seinem Vater zu glänzen und sein Anwesen zu erhalten. Hier sehen wir absolute Skrupellosigkeit und Brutalität gepaart mit einem gewissen Einfallsreichtum.
Dieses Buch beschönigt den Krieg nicht, es zeigt ihn in kleinen Episoden in seinem ganzen dreckigen Elend, in Schmerz und Leid. Man betrachtet hier von verschiedenen Standpunkten, keiner ist geschönt.
Viel wurde hier recherchiert, das merkt man beim Lesen, es ist trotzdem spannend we ein Thriller und fast nebenbei bekommt man noch historische Fakten nahgelegt.
Ich bin absolut begeistert und warte sehr gespannt und mit Vorfreude auf die Nachfolgebände.