Vom Priesteranwärter zum Schattenkrieger

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Mit „Tinte und Schwert – Verwandlung“ beginnt der Autor Matthias Soeder seinen Auftaktband der historischen Roman-Reihe aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs, in dessen Zentrum das Schicksal von Jacob Wolffen steht.

Herbst 1618, Bistum Würzburg, der Dreißigjährige Krieg beginnt als dunkle Wolken über dem Heiligen Römischen Reich, aufziehen. Der Auslöser des Dreißigjährigen Krieges war der sogenannte Prager Fenstersturz im Jahr 1618. Dieser Aufstand in Böhmen eskalierte zu einem großen Religions- und Machtkrieg in Europa, der tiefere Ursachen hatte, darunter religiöse Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten sowie den Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich.

Das Leben der Soldaten, die Härten des Kriegsalltags und die Kampfhandlungen um Budweis (České Budějovice) sind beeindruckend geschildert.

Der fromme Bauernsohn Jacob Wolffen, dessen größter Traum das Priesteramt ist, muss mit ansehen, wie Söldner seine Familie grausam hinrichten. Angeführt werden die Mörder von Heinrich von Hohenfels, einem mittellosen Grafensohn, der den Krieg für seine Zwecke nutzen will. Jacob überlebt schwer verletzt und wird als Schanzknecht in die Mansfelds Armee verschleppt. Getrieben von einem unerschütterlichen Rachegelübde gegen Heinrich von Hohenfels, kämpft Jacob um sein Überleben, denn er ist überzeugt - Gott hat ihn nicht gerettet, um zu beten, sondern um zu strafen -.

In Pilsen trifft Jacob auf die Heilerin Anna Dillenberger, der Tochter einer geächteten Hebamme, die als Hexe auf dem Scheiterhaufen gelandet ist. Anna kämpft ums eigene Überleben und verbündet sich mit Jacob. Sie zeigt ihm, dass man Intrigen und Verrat nutzen muss, um eine ganze Armee zu Fall zu bringen.
Gemeinsam kämpfen sie in den dunklen Gassen des belagerten Pilsen nicht nur ums Überleben, sondern gegen die Dämonen ihrer Vergangenheit. Nachts wird Jacob mit Hilfe von Anna, zum Vollstrecker, der mit Dolch und Tinte seine Todesliste abarbeitet.

Aus meiner Sicht, hätte ich mir Jakobs Entwicklung vom gläubigen Priesteranwärter zum rachsüchtigen Vollstrecker weitaus emotionsvoller gewünscht, denn so wirkte er zum Teil etwas unglaubwürdig. Nun bin ich auf die Fortsetzung gespannt und besonders darauf, ob Jacob zum Kämpfer heranreift und sein Rachefeldzug gelingt!.

Fazit:
„Tinte und Schwert – Verwandlung“ ist eine Erzählung, die historische Gegebenheiten mit einer fiktiven Handlung rund um das Schicksal von Jacob Wolffen verwebt. Das Cover und die Gestaltung des Buches, mit dem tollen Inhaltsverzeichnis, der Zeichnungen und Landkarte sowie einer Auflistung historischer Persönlichkeiten im Anhang, gefällt mir ausgezeichnet gut. Mit seinem flüssigen Schreibstil und seiner hervorragenden Recherche, gelingt es dem Autor, eine glaubhafte historische Atmosphäre zu schaffen während der fiktiven Handlung, etwas Tiefe fehlt.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!