Ein dystopisches Debüt mit Luft nach oben

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lauraslibrary Avatar

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𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
In Dividium herrscht ein gnadenloses Gesetz: Disziplin oder Tod. Wer gegen die Regeln verstößt, landet im berüchtigten Gefängnis Endlock, wo die Insassen zur Zielscheibe einer grausamen Jagd durch die Oberschicht werden.
Als Ravens Bruder verhaftet wird, trifft die 23-jährige Kopfgeldjägerin eine lebensgefährliche Entscheidung: Sie lässt sich selbst einschleusen, um ihn aus der Hölle von Endlock zu befreien. Ihr einziger Verbündeter hinter den Gittern ist ausgerechnet der mysteriöse Wachmann Vale.
Doch in einer Welt voller Verrat stellt sich die Frage: Kann sie dem Mann vertrauen, der das System repräsentiert, das sie vernichten will?

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Spannender Grundplot: Die Mischung aus „Tribute von Panem“-Vibes und einem toughen Gefängnis-Setting hat sofort mein Interesse geweckt. Die Grundidee der Geschichte ist stark und bietet viel Potenzial für eine packende Dystopie.
• Interessante Charaktere: Raven wird als „morally grey“ eingeführt, eine Kopfgeldjägerin, die für das Überleben ihres Bruders über Leichen geht. Auch die Nebencharaktere, die sie in Endlock kennenlernt, sind sympathisch gezeichnet.
• Hoher Suchtfaktor: Das Buch lässt sich extrem schnell und flüssig weglesen. Trotz der Kritikpunkte wollte ich wissen, wie es ausgeht, und der Cliffhanger am Ende macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Logiklücken im System: Das Hochsicherheitsgefängnis Endlock wirkte stellenweise leider wenig bedrohlich. Kameras, Tracker und Wachen waren oft erstaunlich leicht zu umgehen, was die eigentlich komplizierte Flucht etwas zu simpel erscheinen ließ.
• Fehlende Tiefe im Worldbuilding: Man erfährt zwar, dass die Welt nach einem nuklearen Krieg am Abgrund steht, aber viele Details zum System und dem „Rat“ bleiben blass. Hier hätte ich mir mehr Substanz gewünscht.
• Vorhersehbarkeit: Viele Wendungen und auch das Finale waren für mich leider recht früh zu erahnen, wodurch der Thrill-Faktor ein wenig auf der Strecke blieb.

𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Ein solider Auftat für Fans von Romantasy und Dystopien, der sich perfekt als schnelle Lektüre für zwischendurch eignet.
Wer „Powerless“ oder „Panem“ mochte, wird die Grundstimmung lieben, sollte aber über einige Logikfehler hinwegsehen können.
Ich bin noch unschlüssig, ob ich Band 2 eine Chance gebe.