Gemischte Gefühle

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ynnas91 Avatar

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Ich habe „To Cage a Wild Bird“ von Brooke Fast mit gemischten Gefühlen gelesen. Die Geschichte hat wirklich Potenzial. Ich liebe Dystopien und diese hier klang thematisch ganz nach meinem Geschmack. Aber meine vorherige Skepsis bezüglich der erfolgreichen Bloggerin scheint sich auch hier wieder bewahrheitet zu haben. Das Buch hat einige gute Momente, aber irgendwie fehlt ihr am Ende noch der letzte Funken.

Im Zentrum des Buches steht Raven. Eine relativ sympathische Protagonistin, deren Handlungen man gut nachvollziehen kann. Das Thema der Suche nach Identität und der Wunsch, nicht in die Käfige der Gesellschaft und der Erwartungen anderer zu geraten, ist super spannend und wurde von der Autorin auf jeden Fall gut eingefangen. Diesen inneren Konflikt konnte Brooke fast ganz gut aufzeigen.
Im Gegensatz zu Raven konnte ich den Love Interest Val weniger greifen. Hier hat es mir eindeutig an Tiefe gefehlt. Seine Handlungen wirken sprunghaft und wenig durchdacht. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin hier auf Krampf eine Art Machtspiel zwischen den beiden aufs Papier kloppen wollte, auch wenn es überhaupt nicht gepasst hat.

Ein weiterer gelungener Punkt ist das Setting in einem Gefängnis. Ich hatte befürchtet, dass es hierbei etwas langweilig werden könnte, aber es war spannend und abwechslungsreich. Interessanterweise konnte man die Welt außerhalb dafür wieder gar nicht greifen, da fehlte es komplett an Informationen.

Damit kommen wir auch schon zum Erzählstil und Erzähltempo. An manchen Stellen war das Buch extrem langatmig, an wieder anderen ging es viel zu schnell. In einigen belanglosen Details hat die Autorin sich total verloren, während anderes so schnell abgehakt wurde, obwohl es viel mehr Kontext benötigt hätte. Auch die Beziehung der Protagonistin zu anderen Charakteren wurden nur oberflächlich angekratzt.

Trotzdem war das Buch relativ unterhaltsam und viele werden sicher ihren Spaß daran haben.