Guter Debutroman

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mysticcat Avatar

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To Cage a Wild Bird ist für mich ein gelungener Debütroman von Brooke Fast, auch wenn mir der Einstieg in diese düstere Welt zunächst nicht ganz leichtgefallen ist. Gerade am Anfang brauchte ich etwas Zeit, um wirklich in die Geschichte hineinzufinden. Doch je länger die Handlung andauerte, desto besser hat mir das Buch gefallen. Ab etwa der Hälfte war ich dann vollkommen gefesselt, regelrecht in die Geschichte hineingekippt und konnte nicht mehr aufhören zu lesen.

Besonders interessant fand ich Raven als Figur. Sie ist keine eindimensionale Heldin, sondern eine vielschichtige Protagonistin, die einerseits mit Selbstvorwürfen ringt, andererseits aber immer wieder für sich selbst und ihren Bruder einsteht. Sie trifft notwendige Entscheidungen und bewahrt sich dabei eine Menschlichkeit, die mir sehr gefallen hat, denn sie geht nicht gegen diejenigen vor, die letztlich selbst Opfer des Systems geworden sind. Ihre Entwicklung ist dabei keine radikale Verwandlung, aber genau das hat für mich auch gut funktioniert: Vielmehr lässt sie nach und nach eine Seite von sich nach außen, die lange verborgen war.

Gray hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, auch wenn er in diesem ersten Band leider eher einen Gastauftritt hat – ganz anders als die Zufallsbekanntschaft aus der Bar, die deutlich mehr Raum bekommt. Gerade deshalb hoffe ich umso mehr, dass dies der Auftakt zu einer Reihe ist, denn ich würde sehr gern weiterlesen und mehr von ihm sehen.

Jed hatte ich mir zu Beginn ganz anders vorgestellt. Leider bleibt auch er eher flach, obwohl er als wichtigste Motivation für Raven über die gesamte Handlung hinweg eine zentrale Rolle spielt. Dafür nimmt er im eigentlichen Geschehen überraschend wenig Raum ein, was ich etwas schade fand.

Zu den anderen Figuren möchte ich bewusst nicht viel sagen, um nicht zu viel von der Handlung vorwegzunehmen. Insgesamt bleibt für mich aber das Fazit: To Cage a Wild Bird ist ein fesselnder und gelungener Debütroman, der nach einem etwas holprigen Start immer stärker wird und mich spätestens nach den ersten 100 Seiten vollkommen gepackt hat. 4 von 5 Sternen.