Solide Dystopie

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
oh_carnegie Avatar

Von

Nach der spannenden Leseprobe, kombiniert mit dem wunderschönen Cover und Farbschnitt hatte ich große Erwartungen an „To Cage a Wild Bird“ und wurde grundlegend nicht enttäuscht.

Das Buch bringt viele Bausteine mit, die man an einer Dystopie schätzt: Spiele, die einen gefährlichen Hintergrund haben, ein grausames System, ein brutales Gefängnis und eine mutige Protagonistin, die auf ihre Weise gegen diese Welt kämpft. Die zu Grunde liegenden Ideen fand ich sehr spannend, auch wenn man zugeben muss, dass nichts davon wirklich neu ist.

Die Welt außerhalb von Endlock, dem Gefängnis, in dem Raven, die Protagonistin, sich aufhält, lernen wir nur sehr grob kennen, wodurch mir das Wordlbuilding, was ich bei Dystopie-/Fantasybüchern sehr wichtig finde, leider zu kurz kommt. Ich hoffe, dass dies in Band 2 entsprechend mehr aufgebaut wird.

Raven als Hauptcharakter fand ich sehr spannend - sie war mutig, frech, stark aber auch emotional und einfach nicht perfekt. Auch die Nebencharaktere fand ich gut eingebunden und gut gezeichnet. Lediglich bei Vale, Ravens Love Interest, hatte ich das Gefühl, dass mir hier die Tiefe fehlte. Generell hatte ich das Gefühl, dass die Beziehung zwischen den beiden sehr flach bleibt und das konnte mich nicht abholen.

Die gesamte Handlung schreitet rasch voran und durch den angenehmen und flüssigen Schreibstil habe ich das Buch tatsächlich innerhalb eines Tages gelesen. Durch die schnelle Handlung sind mir jedoch die Beziehungen untereinander manchmal etwas zu kurz gekommen.

Insgesamt würde ich das Buch aber weiter empfehlen - es bringt alles mit, was man bei einer Dystopie sucht und hat sehr viel Potenzial sich in den nächsten Bänden noch weiter zu entwickeln.