Starke Dystopie, schwache Romance

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anna4 Avatar

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3.5

Wenn man das Buch irgendwie beschreiben müsste, dann wahrscheinlich als die Light Version von Prison Break.

Die Autorin hat einen guten Job in Bezug auf den Dystopie-Teil gemacht. Ich persönlich liebe ein ordentliches Gefängnissetting. Es gibt gutes Worldbuilding und eine sehr fragliche & unmoralische Gesellschaft.
Für meinen Geschmack wurde hier allerdings nicht das volle Potential genutzt was die Jagd im Gefängnis oder das Gefängnisleben angeht. Da hätte es noch Luft nach oben gegeben, alles noch etwas gefährlicher und bedrohlicher zu gestalten.

Das Pacing ist relativ schnell, was man nicht nur am Romanceteil sieht, sondern sich auch in der Beziehung, die Raven zu den anderen Insassen hat.
Ich hätte mir gewünscht mehr Zeit mit den anderen Charakteren zu verbringen und da eine wirkliche Bindung zwischen Raven und ihnen entwicklen zu sehen, weil ich jetzt nach Beenden des Buches nicht sagen kann, dass mir irgendjemand, außer vielleicht Momo, so ans Herz gewachsen ist, dass mir ein potentieller entsprechender Tod viel ausmachen würde.

Der mit Abstand schwächste Teil ist die Romance. Sie ist viel zu schnell, hat keine Zeit sich zu entwickeln und passiert quasi aus dem Nichts.
Der Großteil der Romanceszenen sind komplett fehl am Platz und wirken eher erzwungen als natürlich. Schon komisch, wie Vale immer wieder so aus dem Nichts auftaucht um den Tag zu retten…
Und dass Vale noch irgendwann ein “Ich liebe Dich” angedeutet hat ist absolut wild…
Ich denke, dem Buch hätte weniger oder eine Slow-Burn Romance besser getan.

Es gab definitiv einige gute Momente, aber nichts, dass mich zu 100% gefesselt hat.

Warum das Buch als Fantasy oder Romantasy beworben wird, erschließt sich mir nicht. Es ist eine Dystopie mit Romance, sonst nichts.

Würde ich das Buch weiterempfehlen? Ja? Vielleicht? Es war bis zu einem gewissen Grad unterhaltsam.
Werde ich den nächsten Teil lesen? Jap.